Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • @Harald Sommerschmitt...

    02.01.2017, Daniel Hage
    Trepanation nach damaligem Verfahresnsstand bei hirnödem? Kommt ganz darauf an !
    Nämlich darauf ob die ursache und damit das Ödem Supra bzw. Extradural zu liegen kommt und daher die Dura Mater nicht in Ihrer Integrität beschädigt wird durch die Trepanation- dann JA! Beispiel dafür gibt es Geschichtlich genug, so soll z.b. Andreas Vesalius welcher als anatom die moderen westliche Medizin ganz Wesentlich mitbegründete (De Humani Corporis Fabrica, 1543 in Basel) später als Kaiserlicher Hofarzt in Madrid dem Enkel von Karl dem Fünften, Infant von Spanien und nachmalig von Schiller in seinem Don Carlos gewürdigt, das Leben gerettet haben durch eine solche Trepanation- der Knabe war eine Steintreppe hintergekollert mit der vermutlichen Folge eines Schädelhämatoms... Der Infant Don Carlos jedenfalls überlebte und Genas !
    Wenn hingegen damals der Versuch gemacht worden wäre die Dura auch zu öffnen- mag sich jeder selbst ausrechnen was die folgen sind- zumal in einer Zeit ohnen antibiotika usw... Wir wissen ja auch von Heute auch nicht wie viel Trepanationen seinerzeit vorgenommen wurde und NICHT erfolgreich verlaufen sind- mit Letalem Ergebnis ! ...
  • Fundamentaler Fehler

    02.01.2017, Jakob
    Sehr schöner Artikel, es ist sehr wichtig dass man nicht blind in unbekanntes Terrain läuft.
    Allerdings haben diese selbstlernenden Programme schon einen fundamentalen Fehler: Sie kümmern sich nicht um Kausalitäten, sondern nur um Korrelationen, was nur Vorurteile befeuern kann.
    In der Scherzreligion "Kirche des Fliegendenden Spaghettimonsters" gibt es die Idee, dass die Klimaerwärmung und der Rückgang der Piraterie korrelieren, was natürlich nur bedeuten kann dass dies direkt zusammenhängen müsse. Damit sollte der falsche Wissenschaftsumgang der Kreationisten entlarvt werden, aber selbstlernende Progamme kämen zu dem gleichen Schluss.
  • Inwiefern "Speerspitze der Evolution"?

    01.01.2017, Hans-Jürgen Steffens
    Der Begriff "Menschen als Speerspitze der Evolution" lässt zwei Lesarten zu. Der Mensch "ist" die Speerspitze der Evolution (Speerspitze als Attribut) vs. der Mensch "agiert" als Speerspitze der Evolution (Speerspitze als Rolle).

    Rolle und Attribut können synchron gehen. Denken wir z.B. an den Begriff "Kind", der sowohl als Attribut als auch als Rolle (d.h. Relation zu den Eltern) gelesen werden kann und beide Lesarten bis zum Erwachsenwerden gleichzeitig gelten.

    Wie sieht es nun mit dem Begriff "Speerspitze der Evolution" aus? Die Menschen sind einerseits Ergebnis also Objekt der Evolution. Mit dem Auftritt des Menschen hat die Evolution Organismen geschaffen, die in der Lage sind, die Richtung der Evolution bewußt zu steuern. Dies geschah zunächst schleichend (bei Züchtungen)und später beschleunigt
    via Gentechnologie. Damit hat (gleichsam personalisiert) die Evolution dem Menschen das Angebot gemacht, der Evolution einen "boost" zu verpassen.

    Ob der Mensch diese Rolle annimmt, ist eine Funktion seiner ethischen Überzeugungen. Nun kann die Ethik auf natürliche Weise selbst als Ergebnis der Evolution angesehen werden. "Ethik ist die Fortsetzung der Evolution mit anderen Mitteln". Ethik kann m.a.W. den Träger ethischer Überzeugungen in Konkurrenzsituationen eine größere oder kleinere Fitness verleihen. Eine Ethik kann, wie andere Prozesse einer Optimierung der Fitness, zu einem (nur) lokalen Optimum und somit in eine evolutionäre Sackgasse führen. Konkret: eine Ethik z.B. mit Frieden als höchstem Ziel würde bei erfolgreicher Umsetzung vermutlich zu einem stabilen Zustand auf der Erde führen aber eben auch in eine Sackgasse: Denn die Mittel zum Verlassen unseres Planeten sind v.a. ein Produkt unserer kriegerischen Einstellung. Dabei ist zu beachten, dass eine erfolgreiche Raumfahrt (die diesen Namen verdient) eine fortgeschrittene Gentechnik benötigt. Ein vorzeitig erreichter Friedenszustand ohne Aggressionen hätte sich in diesem Sinne für das Lebens als Ganzes als Tragödie herausstellen können. Das Leben wäre auf dem Planeten wie in einer Sackgasse gefangen.

    Am Ende Ihres Buches "Sind wir allein im Universum" schreiben Rood und Trefil für den Fall einer kriegerischen Selbstzerstörung der menschlichen Zivilisation, dass dann die Evolution "die Früchte eines seit 15 Milliarden Jahren andauernden Experiments zur Bildung denkenden Lebens verlieren". Umgekehrt gälte das wohl auch für eine zu friedliche Menschheit. Aber Gratwanderungen gehörten schon immer zum
    Pfad der Evolution.

    MfG und ein frohes neues Jahr 2017
  • Ganz so katastrophal war es nicht

    31.12.2016, Harald Sommerschmitt
    Eine Trepanation bei einem Hirnödem wäre durchaus auch heute noch eine lebensrettende Maßnahme, ein Aderlass mag blutdrucksenkend wirken, und verschiedene heute verrufene Substanzen wie Quecksilber oder Wismut haben tatsächlich eine Wirkung auf Bakterien. Man muss nicht die alte Platte vom finsteren Mittelalter auflegen, bloß weil einem eine Heilmethode auf Anhieb nicht einleuchtet.
  • Manchmal macht es doch Sinn!

    31.12.2016, Ronnie
    Der Aderlass, solange man jemand nicht halbausblutet ist durchaus sinnvoll, aber nicht einfach aus Prinzip wie die damaligen Ärzte dies taten, wobei Arzt eher hochgegriffen war. Quacksalber trifft eher zu, während manch niedriger Berufsmann mehr retten konnte. Ob Henker oder Bader, Hebamme oder Kräuferkundige, sie alle wurden schlecht geredet und auf Betreiben der Pseudomediziner und Klerus an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Der Aderlass hat erwiesene Vorteile, heute noch sichtbar bei Blutspendern oder Egeltherapie. Die Trepanation ist auch nicht völlig falsch, aber was im Neolithikum damit behandelt wurde ist nicht so klar. Nach Kämpfen etwa Hämatome? Würde Sinn machen. Geisteskrankheiten? Weniger sinnvoll, aber denkbar und mit weiteren Schritten dann doch wieder gut. Oder einfach was zusätzliches? Das Loch haben wir gefunden in der Neuzeit, was evtl. im Hirn gemacht wurde aber nicht, da dies zersetzt war. In der prähistorischen Zeit und Antike wurde fast so gut geheilt und behandelt wie heute. Nur die Notfallmedizin war weniger gut. Und der Rest oben ist was Scharlatane verkauften, weil keiner mehr wusste was Sache ist, eine Folge des Religionswahns. Quecksilber wurde auch in anderen Regionen verwendet, richtig angewendet ist es weniger giftig, aber eine schlechte Lösung trotzdem, aber damals nicht so schlecht, es zögerte den Tod hinaus. Und auch der Keuschheitsgürtel war vor allem dem Christentum nach der Pest und Syphilis wichtig. Andere hatten das Problem ehe nicht, auch nicht die Moslems. Tabak wurde hier falsch verwendet, in seiner Urheimat rettete es Leben! Malariaschutz zB, der heute noch bei Indios zur Anwendung kommt, weil die Mücken einen in Ruhe lassen. Tabak gekauft und auf die Haut gespuckt und verrieben. So machen die das. Übrigens wurde das aus dem arabischen Heilen abgeleitet, weil jene Weihrauch anwendeten, der aber eine gewissen Wirkung hatte. Nur es kam von Ungläubigen, der Konkurrenz.
  • kein Plazebo

    31.12.2016, Dr. Hans Christ
    Als Veterinärmediziner praktiziere ich seit ca. 20 Jahren Homöopathie und Akupunktur, vor allem an Nutztieren!. Da sich aber eine Kuh schwerlich einredet: "Gottseidank, jetzt kommen die Globuli, jetzt wird mir geholfen" und Landwirte mit den Behandlungsergebnissen trotzdem zufrieden sind, muss man konstatieren: "Das Zeug wirkt!" Auch wenn es jeder Logik und Schulmedizin gänzlich widerspricht. Man muss halt die Einsatzmöglichkeiten und die Grenzen kennen.
    Ich habe es mittlerweile aufgegeben, Skeptiker durch seriöse Fallschilderungen überzeugen zu wollen. Möge jeder nach seiner Facon glücklich werden!
  • Endlagersuche

    30.12.2016, Auguste Wagner
    warum ist eigentlich noch niemand auf den Gedanken gekommen die radioaktiven Substanzen an Ort und Stelle oberirdisch zu lagern, damit man jederzeit die Reaktionen überwachen und eine endgültige Lösung suchen kann, wenn alle diese Fragen geklärt sind?
  • Und wie sieht der

    30.12.2016, mike301243
    Abisolierer für dieses Kabel aus?
    Stellungnahme:
    Sie wollen doch bestimmt nur die Diamanten runterkratzen!
  • Ein genialer Geist

    30.12.2016, Roland Schröder
    Ramanujan war in einer Weise genial, wie sie selbst von Mathematikern nur schwer oder gar nicht nachempfunden werden konnte. Seine nächtliche Eingebungen verdankte er nicht so sehr einer Göttin, als vielmehr einer sehr tefen Durchdringung mathematischer Inhalte bei wachem Zustand. Das erleben viele an Mathematik Interessierte in allerdings kleinerem Maßstab. Daher die Redensart "erstmal drüber schlafen". Freistetter wird mit seinem Artikel der Besonderheit Ramanujans voll gerecht. Wenn er allerdings schreibt: "Wichtige Konstanten (wie zum Beispiel der natürliche Logarithmus)" irrt er.
  • Re: Kein Wunder

    29.12.2016, Alex Maier
    > Hoffentlich hat er nach dem Foto wieder zurück gedurft!

    Meinen Sie der Fisch überlebt die Druckdifferenz von etwa 60-120 Bar beim Heraufholen an die Oberfläche?
    Zur Erinnerung, der Luftdruck beträgt etwa 1 Bar auf Meereshöhe.

  • Kein Wunder,

    29.12.2016, Liane Mayer
    dass der Blobfisch so verdrossen dreinschaut, wenn er aus seinem vertrauten Element gerissen und an Land gesetzt wird!
    Hoffentlich hat er nach dem Foto wieder zurück gedurft!
  • Mehr Legenden und Mythen als Geschichtswerk

    29.12.2016, Wolfgang Stumpe, Berlin
    Sie haben bei mir einen schon lange gehegten Verdacht verstärkt, das Problem Troja. Ohne die literarische Seite der "Ilias" einzuschränken, bestehen offene Fragen über die darin geschilderte Realität der Geschehnisse und, wenn ja, ihrem Zeitpunkt. Möglich ist, dass Erzählungen, Legenden, Mythen und tatsächliche Ereignisse zu diesem Werk geführt haben – auch mit Zeitsprüngen, analog wie zum Beispiel beim Alten Testament oder dem Nibelungenlied. Folglich Ergebnisse mündlicher Erinnerungen (mit den hierbei bekannten Problemen).

    Die Schwächung Trojas, bedingt durch die Ereignisse in der Großmacht Hethiter (selbst die Ausklammerung ihrer politischen Beziehungen) und im gesamten nahöstlichen Umfeld zu dieser Zeit, können bei den Griechen durchaus zum Wunsch der Ausschaltung der Kontrolle (Tribute?) über die Durchfahrt der Dardanellen geführt haben. Dieses Ziel wäre bereits erreicht, wenn Troja über Jahre belagert wird – auch ohne Eroberung der Stadt – also die zehn Ilias-Jahre. auch die Legende um Helena kann durchaus einen anderen Hintergrund und/oder eine andere Zeit betreffen. Das wird auch durch die Stellung der Frau bei den Griechen, von Hetären abgesehen, als möglich einschätzbar. Auch andere Inhalte der Ilias: Amazonen, Trojanisches Pferd et cetera können in diese Geschichte aufgenommen worden sein, ohne tatsächlichen oder zeitlich zutreffenden Zusammenhang. Wobei man außerdem einem Autor auch seine schriftstellerische Freiheit zubilligen sollte oder muss – und "Homer?" mit Sicherheit einen Heldengesang, aber kein Geschichtswerk erschaffen wollte. Übrigens, hatte die Trockenheit um 1900 v. Chr. unmittelbaren Einfluss auf Troja? Auf deren Wirtschaft und Lebensgrundlagen?
  • Bloss kein Stress

    28.12.2016, Barbara
    Die geplagten Herren wollen nach all dem Schlauch und Drill bloss noch möglichst warm und weich und widerstandslos irgendwo zwischen grossen Brüsten versinken. Da braucht es eben etwas Korpulenz. Eine drahtige Amazone wirkt weniger tröstlich, und das ist schon alles. Manches ist einfacher als man denkt.
  • Eine (meine) Beobachtung

    28.12.2016, Berglens, Peter
    Es gibt bei uns tote Eschenwäldchen und mittendrin ein vitales Exemplar. Gibt es Meldestellen für solch resistente Bäume, die dann nachgezüchtet werden könnten?
  • Nur eine Seite der Medaille

    28.12.2016, Benjamin
    Wenn Sie schon Philip Tetlock erwähnen, dann sollten Sie auch erwähnen das innerhalb gewisser Grenzen und für gewisse Gebiete sich die Vorhersagefähigkeiten durchaus verbessern lassen. Siehe das Good Judgement Project und das daraus entstandene Buch von Philip Tetlock "Superforecasting The Art and Science of Prediction" .