Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Die Welt ist subjektiv - na und?

    06.02.2007, S. Irmer, Nürnberg
    Dass es keine wirkliche Objektivität gibt, ist keine neue Erkenntnis. Die Welt kann vom Gehirn nun einmal nur subjektiv erfasst werden. Dementsprechend könnte man in Anlehnung an Einstein sagen: Alles ist subjektiv. Wenn aber die einzige Art der Wirklichkeit subjektiv ist und damit, nach Meinung des Autors, illusorisch, ist ein illusorischer Fortschritt wirklich.
    Folglich ist also etwas, das ich als blau sehe, wirklich blau und und etwas, das ich als Fortschritt sehe, tatsächlich ein Fortschritt.
  • Schweinerei im Schlachthof

    05.02.2007, Friedrich Seibold
    Es braucht bloß irgendwo der Kommerz bzw. die Profitmaximierung drinzustecken, schon wird die Ethik minimiert.
  • Fraktale als Thema eines Musik-Tanz-Multimedia-Projekts

    03.02.2007, Dr. Klaus Rohwer, Zwischen den Wegen 7, 89081 Ulm
    Im Zusammenhang mit fraktaler Kunst empfehle ich Ihnen meine website http://www.klausrohwer.de/ zum Besuch. Auf der Seite http://www.klaus-rohwer.de/fraktale/index.htm habe ich eine ganze Reihe von Fraktal-Bildern (Kunstwerken?) ausgestellt, die ich mit einem selbst entwickelten Programm erzeugt habe. Sie repräsentieren nicht nur die "gewöhnliche" Mandelbrotmenge (das "Apfelmännchen") und zugehörige Julia-Mengen, sondern auch Mandelbrotmengen zu anderen Funktionen sowie Abwandlungen der normalen Berechungsvorschrift, die neue Symmetrien einführen – oder auch alte aufheben.

    Auf der Seite http://www.klaus-rohwer.de/fraktale/animation.htm finden Sie einige selbst erstellte animierte Fraktale. Solche (und auch statische) sind ein Hauptbestandteil des Musik-Tanz-Multimedia-Projektes "All in one in all", das am 24. 2. 2005 im Alten Gasometer in Zwickau uraufgeführt wurde und in diesem Jahr erneut zur Aufführung kommen soll.
  • "Und es gibt ihn doch"

    03.02.2007, Manuel Bärenz, Heidelberg
    Was ist Fortschritt?
    Die Antwort auf diese Frage ist doch offensichtlich die, die gegeben werden muss, bevor man sich darauf einlässt, so umstürzende philosophische und psychologische Thesen aufzustellen. Denn das, was Prof. Voland da beschreibt, ist nichts anderes als Fortschritt.
    Und im Gegensatz zu seinem nicht ganz einleuchtenden Ansatz ist es doch so, dass es Fortschritt gibt, der Mensch aber ihn aus genau den angegebenen Gründen nicht wahrnimmt! Ein vom Evolutionsgedanken geprägter Mensch nimmt den Fortschritt selbstverständlich nicht wahr, kurzsichtig wäre es jedoch, ihn aus diesem Grund zu verleumden.
  • Wie halten Sie es mit dem Fortschritt?

    03.02.2007, Berthold Arndt, Klötze
    Wie halten Sie es mit dem Fortschritt?
    Albert Einstein hat einmal sinngemäß gesagt, wir sollten die Wissenschaft lieben und die Pseudowissenschaft hassen. Mit der Liebe zur Wissenschaft ist es in Deutschland nicht weit her. Im Fernsehen laufen ständig Krimis und andere Formen von Gewalt. Nicht nur, dass damit kriminelles Denken in der Öffentlichkeit verbreitet wird und Vorlagen für Gewaltexzesse gegeben werden, es wird auch wertvolle Sendezeit verschwendet, die zur Bildung des Volkes genutzt werden müsste.
    Stattdessen werden immer wieder Irrationalitäten in Umlauf gebracht. Bei Begründung der Notwendigkeit des Umweltschutzes wird häufig die Natur personifiziert. Ich denke hier an Formulierungen wie „Die Natur lässt sich nicht überlisten“ oder „Die Natur fordert ihr Recht“. Das ist natürlich Unsinn. Es kommt darauf an, die Naturgesetze zu kennen und auf Grundlage dieser Kenntnisse zum Wohle der Menschheit in die Umwelt einzugreifen. Alles, was dem Wohle der Allgemeinheit oder dem Interesse des Einzelnen dient, falls keine anderen Interessen verletzt werden, ist erlaubt.
    Wir stehen am Anfang einer alles erfassenden wissenschaftlichen Revolution. Die Verwissenschaftlichung der Gesellschaft hat gerade erst begonnen. Staaten, die sich der Wissenschaftsfeindlichkeit hingeben, haben im internationalen Wettbewerb schlechte Karten. Ich denke hier zum Beispiel an die Gentechnik und die Stammzellenforschung – Technologien, die in Deutschland immer noch massiv behindert werden.
    Die Nutzung embryonaler Stammzellen wird in Deutschland mit dem Argument verhindert, das Menschsein beginne mit der Befruchtung der Eizelle, also mit der Zygote. Doch dies ist ebenso willkürlich wie viele andere Festsetzungen. Es wäre durchaus sinnvoll, das Menschwerden mit der Bildung von Nervengewebe zu veranschlagen, denn ab diesem Zeitpunkt könnte der Embryo leidensfähig sein, und die Nervenfunktionen sind es, die das typisch Menschliche ausmachen. Wenn das Menschsein mit der Zygote begänne, dann müssten alle überschüssigen befruchteten Eizellen, die bei der In-vitro-Fertilisation (Befruchtung außerhalb des Mutterleibs) in der Fortpflanzungsmedizin entstehen und bei Tiefsttemperaturen aufbewahrt werden, schnellstens Frauen eingepflanzt werden, denn es wären Menschen, deren Entwicklung verhindert würde. Andererseits dürfen nach geltendem Recht Embryonen zu einem Zeitpunkt abgetrieben werden, wenn sie schon ein entwickeltes Nervensystem besitzen.
    Diese Widersprüchlichkeit zeigt die Wissenschaftsfeindlichkeit in der deutschen Gesetzgebung
  • Schlechte Bilderwahl und Fehler

    03.02.2007, Magnus Rummey, Augsburg
    Das erste Bild erinnert an eine Leiterbahn und gerade nicht an die integrierten Schaltkreise, die im Text erwähnt werden.

    OH ist wie immer ausgezeichnet und lustig.

    Dann kommt der nächste Kasten mit 3 Bildern: Bunte Punkte und Muster, aber keine Größenmaßstäbe und nichts zur Erzeugung des Bildes (Falschfarben? Simulation? Detektionssystem?). Nun gut. Was mich mehr stört, ist, dass kein Bild vom DNA-Chip da ist, keine anschauliche Skizze von den "Konstruktions-Oligos, Kein Wort über die Adressierung des Arrays, Kein Wort darüber, wie man denn von so einem Array die fehlerhaften Stränge entfernt oder allgemein, wie man den Stofftransport auf dem Chip bewerkstelligt.

    Was mir definitiv nicht einleuchtet, ist, wie man eine Million Punkte auf einen Quadratzentimeter bekommt, wenn ein Punkt einen Durchmesser von 30 Mikrometer hat.

    106*(30*10–6m)2*π/4=7*10–4m2 > 10–4m2 =(10–2m)2

    Man hat also Punkte von einer Gesamtfläche von 7 Quadratzentimetern auf einem Quadratzentimeter?

    Noch was: "AUS" ist keine elementare Funktion wie "OR" oder "NOT"! "AUS" ist ein Zustand. Die wichtigste elementare Funktion, die an dieser Stelle vermutlich stehen sollte, ist "AND". Zudem hätte ich diese Begriffe übersetzt: "wie etwa UND, ODER oder NICHT".

    Ein wenig könnte man beim Lesen des Artikels den Eindruck bekommen, dass er haupsächlich zu Werbezwecken für die Branche und auch für die Unternehmen der Autoren dient.
    Antwort der Redaktion:
    Magnus Rummey hat mit seiner Flächenberechnung Recht. Der Satz auf S. 88, 3. Spalte, muss richtig heißen: "Das Raster erreicht eine Dichte von bis zu einer Million Punkten pro Quadratzentimeter, wohingegen jeder Rasterpunkt bei unserem experimentellen Array einen Durchmesser von 30 Mikrometern besitzt ...

    In der Tat muss es AND statt AUS heißen. Wir haben die englischen Bezeichnungen gewählt, weil sie – auch in der deutschen Literatur – gebräuchlicher sind.
  • Evolutionär vorteilhafte Hilfsbereitschaft

    02.02.2007, Martin Urban
    Es ist wohl wahr, die biologische Evolution geht nicht in Richtung zunehmenden Erkenntnisvermögens. Aber Fortschritt könnte es, logisch gesehen, – unabhängig davon, ob es ihn gibt – auch geben oder gegeben haben, wenn es keinen verlässlichen Maßstab gäbe, ihn zu messen. Wir könnten ihn dann eben nur nicht verlässlich erkennen. In einem sehe ich Homo sapiens sehr wohl als erkennbar biologisch fortschrittlicher an als andere Primaten, nämlich in seiner – nach neuen Untersuchungen belegbar – evolutionär vorteilhaften Hilfsbereitschaft. Nur unsereins kann mit Artgenossen über abwesende Dritte reden, und deshalb auch komplexe soziale Netzwerke aufbauen. Die wohlgenährten Affen im Frankfurter Zoo dagegen haben meines Wissens noch keinen Cent zum Beispiel für ihre hungrigen Artgenossen in der Dritten Welt gespendet. Mit dem ersten Auftreten von Homo sapiens, also vor der damit beginnenden kulturellen Evolution, waren diese soziale Fähigkeiten bereits vorhanden. Die in unserer Zeit noch erkennbaren weiteren biologischen Entwicklungsschritte, etwa fortschreitende Glatzenbildung beim Mann, sind in der Tat nicht als Fortschritt zu identifizieren.
    Es genügt jedoch ein Gegenbeispiel, um die These, es gäbe keinen biologischen Fortschritt, zu widerlegen. Fortschritt ist im Sinne evolutionär vorteilhaft also sehr wohl auch eine biologische Kategorie, natürlich auch eine psychologische, aber beispielsweise auch eine erkenntnistheoretische.

  • Ist der Fortschritt eine Illusion?

    01.02.2007, Klaus Deistung, Wismar
    Manchmal schon – vorübergehend! Der Urkontinent des Prof. A. Wegener brauchte 50 Jahre bis zum Stand der Wissenschaft, die Mendel'schen Gesetze brachten es auf knapp 40 Jahre, Dr. Shoemaker wurde nach rund 10 Jahren darin bestätigt, dass die meisten Krater auf dem Mond Einschläge und keine Vulkane sind... Und heute? Hat sich da leider im Prinzip wenig geändert.
    Evolution – ein Hasswort für Kreationisten, das schon vor Jahrzehnten in „Wer den Wind sät“ verfilmt wurde. Wir können aber auch nicht umhin, das „Buch der Bücher“ mit 1 Mo 1,26 zu berücksichtigen, wie mehr als 4000 Jahre alte Schriften berichten. Evolution auf der einen Seite und Eingriffe auf der anderen Seite – die Geschichte ist nicht nur schwarz/weiß – dazwischen liegt die ganze Farbskala!
    Weder sind wir allein im All – G. Bruno wurde dafür vor gut 400 Jahren verbrannt – noch ist die Erde nur 6000 oder 15.000 oder 2 Millionen Jahre alt. G. Bruno würde heute noch nicht offiziell zum Stand der Wissenschaft gehören!
    Wenn wir in der Gegenwart die Schriften der Vergangenheit (Sumer, Indien...) naturwissenschaftlich auswerten würden, könnten wir eine Menge für die Zukunft lernen – und so den Fortschritt beschleunigen.

    Man entdeckt keine neuen Erdteile,
    ohne den Mut zu haben,
    alte Küsten aus den Augen zu verlieren!
    André Gide, franz. Schriftsteller
  • Paradigmenwechsel erforderlich

    31.01.2007, Dr. med. vet. Corina Gericke, Ärzte gegen Tierversuche e.V.,
    Braunschweig
    Erfreulich - die tierversuchsfreie Forschung kommt voran. Doch darf der Enthusiasmus über einige Fortschritte nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir von einer wirklichen Lösung des Problems leider noch meilenweit entfernt sind. Was wir brauchen, ist ein vollständiger Paradigmenwechsel in Forschung und Produktprüfung, bei dem der Tierversuch nicht mehr als Goldstandard gilt.

    So ist es allenfalls als Zwischenschritt anzusehen, wenn beim LD50-Test nicht mehr 140, sondern "nur" noch 16 Tiere zu Tode gequält werden. Eine grausame und falsche Methode wird nicht dadurch besser, dass weniger Tiere eingesetzt werden. Es ist absurd, wenn sich neue, aussagekräftige Testmethoden, an der schlechten, erwiesenermaßen unzuverlässigen Methode Tierversuch aus dem vorletzten Jahrhundert messen lassen müssen, um anerkannt zu werden.

    Tierversuche müssen abgeschafft werden, um den Weg frei zu machen für eine fortschrittliche, ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Forschung und Medizin.

  • Versagen gewünscht

    31.01.2007, Hans-Günter Lütke Uphues, Altenberge
    Ich habe gerade den Artikel 'Ein Flugzeug für den Weltraum - Scramjets' der aktuellen Ausgabe Ihrer Zeitschrift 'Spektrum der Wissenschaft' gelesen. Ich muss zugeben, dass mein generelles Interesse für technische Themen meine Neugier geweckt und mich zu diesem Beitrag geführt hat. Nach der Lektüre bin ich ernüchtert:
    Ich habe den Eindruck gewonnen, dass der Autor diesen Artikel primär aus militärischer Sicht - US Luftwaffe etc. - verfasst hat.

    Betroffen gemacht hat mich die Formulierung "Natürlich würde der strukturelle Zusammenbruch eines militärischen Flugkörpers vor Erreichen seines Ziels völliges Versagen bedeuten." Ich wünsche mir ein höchst mögliches Maß an Versagen militärischer Gerätschaften weltweit, gleichgültig wer diese betreibt, betreiben möchte oder gegen wen auch immer diese eingesetzt werden (sollen).

    An Sie als Herausgeber und Redaktion der von mir seit Jahren mit hohem Interesse gelesenen (Populär-)wissenschaftlichen Zeitschrift habe ich die Bitte, zukünftig auf militaristische Artikel und Autoren zu verzichten.

  • Guten Willens handeln und Fehler machen

    31.01.2007, Karsten Dörfer, Heinade
    Ich teile Ihre Kritik an bestimmten Aktionen mancher "Tierschützer". Wir verdanken der kritischen Aufmerksamkeit von Tierschützern zwar, dass immer wieder unglaubliche Tierquälereien aufgedeckt wurden und zum großen Teil der Vergangenheit angehören. Befreiungsaktionen sind aber kriminell, destruktiv, kontraproduktiv, naiv bis dumm, in jeder Hinsicht fragwürdig und erschreckend fundamentalistisch. Manch andere Äußerung oder Handlung von Tierschützern gehört in die gleiche "Ecke" (Totalablehnung der Jagd, des Fleischverzehrs, der Nutzung tierischer Produkte etc.). (Sogar Gesetzgebung und Rechtsprechung gehen hier manchmal zu weit, etwa wenn die Besenderung von Wildtieren für wissenschaftliche Untersuchungen rechtlich als "Tierversuch" gilt, und nicht etwa qualifizierte Ethologen sondern Kreisveterinärbehörden über Zulassung oder Nichtzulassung zu entscheiden haben - aber das steht auf einem anderen Blatt.)

    Aber der Gebrauch des Begriffs "Gutmensch" ist ausgesprochen problematisch, wird er doch vor allem von bestimmten, oft politisch rechts außen stehenden Interessengruppen dazu verwendet, die Ziele Andersdenkender zu diffamieren. In Österreich stand das Wort "Gutmensch" deshalb 1999 an zweiter Stelle bei der Wahl zum "Unwort des Jahres". Wer "das Gute" (was immer das auch sei) in aller Naivität will, es aber mit fragwürdigen Methoden zu erreichen versucht oder einfach "Schlechtes" erreicht, ist nun wirklich kein "guter Mensch", sondern ein Trottel oder vielleicht unfähig, vielleicht auch ein Heuchler oder in manchen Fällen einfach ein Verbrecher, manchmal auch nur verblendet und falsch informiert.

    Im Einzelfall gibt es viele Möglichkeiten, ein derartiges Verhalten sachlich oder gern auch zugespitzt bis polemisch zu beschreiben oder bloßzustellen.
    Das Wort "Gutmensch" sollte nicht dazu gehören. So wie es heute meist verwendet wird, qualifiziert es im Grunde all diejenigen ab, die guten Willens etwas tun, dabei aber Fehler machen und deshalb gelegentlich das Falsche erreichen. Außer für Zyniker und konsequente Egoisten würde dies für jeden zutreffen.
  • Konstruktionsfehler unseres Sozialstaats

    31.01.2007, Jörg Michael, Hannover
    Herr Lehnemann hat natürlich Recht, wenn er in seinem Leserbrief (SdW 2/07) hervorhebt, dass es sich für einen Arbeitslosen kaum lohnt, für "nur" 100 Euro mehr pro Monat zu arbeiten.
    Das eigentliche Problem ist jedoch ein gravierender Konstruktionsfehler unseres Sozialstaats.
    In Dänemark beispielsweise bekommen Arbeitslose nach 12 Monaten einen Job zugewiesen. Das "Ausnutzenwollen" von Sozialleistungen lässt sich damit leicht und wirkungsvoll unterbinden. Das gleiche gilt für eventuelle Schwarzarbeit des Arbeitslosen.
  • Beleidigende Vorurteile

    30.01.2007, PD Dr. Rainer Oesterreich, Technische Universität Berlin
    In dem Leserbrief mit der Überschrift „Staatliche Alimention“ wird zunächst gesagt, eine „bessere Erklärung“ für die in Europa anhaltend hohe Arbeitslosigkeit sei die Alimentation nicht arbeitender Bevölkerungsteile, viele arbeitslos Gemeldete wollten lediglich die Unterhaltszahlungen erhalten. Offenbar ist dem Leserbrief-Autor entgangen, dass die Arbeitslosigkeit nicht „in Europa“ anhaltend hoch ist, sondern in Deutschland; weitaus geringer bzw. nicht vorhanden ist sie gerade in den europäischen Staaten mit höheren und länger andauernden Unterhaltszahlungen für Arbeitslose, wie z.B. in Dänemark. Und würden in Deutschland alle ca. 0,4 Millionen offene Arbeitstellen trotz der behaupteten Unwilligkeit der Arbeitslosen sofort besetzt, blieben immer noch ca. 3,6 Millionen, also ca. 90 % der derzeit Arbeitlosen arbeitslos.


    Weiterhin wird im Leserbrief ausgeführt, viele hoch Qualifizierte arbeiteten wegen der Steuerprogression lieber weniger und für einen geringeren Bruttolohn auf Stellen für eigentlich geringer Qualifizierte, die sie damit aus der produktiven Tätigkeit verdrängten. Aus welchen empirisch belegten Tatsachen bezieht der Leserbriefschreiber diese Erkenntnis? So müsste während der Zeit, in der dies zutreffend gewesen wäre, ein entsprechendes Angebot leerstehender und gut bezahlter Arbeitsplätze für hoch Qualifizierte entstanden sein. Die unbefriedigte Nachfrage sollte zu höheren Entgelt-Angeboten für sie geführt haben. Nichts davon ist auch nur ansatzweise erkennbar, vielmehr wird zunehmend versucht, hoch Qualifizierte als unbezahlte „Praktikanten“ und ohne Aussicht auf Anstellung zu beschäftigen. Sollte Obiges, wie im Leserbrief behauptet, gar eine „bessere Erklärung für die … Arbeitslosigkeit“ sein, müsste die Anzahl der leerstehenden und gut bezahlten Arbeitsplätze für hoch Qualifizierte doch wenigstens in die Nähe relevanter Bruchteile der Anzahl von ca. 4 Millionen Arbeitslosen kommen.


    Man sollte so offensichtlich vorurteilsbeladene Behauptungen eigentlich unbeachtet und unkommentiert lassen. Aber mit ihnen werden die ca. 4 Millionen arbeitslosen Menschen unseres Landes beleidigt, die Mehrzahl in tiefen persönlichen Sinnkrisen und verzweifelt, viele mit Familie und Kindern, ein erheblicher Teil unter ihnen hoffnungslose junge Menschen.
  • HEXE ???

    30.01.2007, Keller Heinz
    > ...das heißt, ich habe eine eigene Meinung und vertrete sie auch
    > laut und deutlich.
    So steht es im Leserbrief von Frau Dr. Reiterer.
    In meiner Vorstellung sind Hexen weise Frauen, die viel Wissen über einen Teil der Welt angesammelt haben, damit aber nicht prahlen oder es lauthals anderen Leuten auf's Auge drücken wollen.

    Gewissermaßen das komplette Gegenteil von dem oben Geschriebenen ...

  • Problem schon gelöst

    29.01.2007, Dr. Hans Schottky, Bremen
    Time Magazine hat zu diesem Thema bereits in den 1970ern einen Artikel veröffentlicht und einen Techniker oder Physiker vorgestellt, der das Problem des nicht steuerbaren Fahrrads gelöst hatte. Es handelte sich, glaube ich, um eine extreme Vorverlagerung der Gabel.