Kaiserpinguin, Aptenodytes forsteri, größte lebende Art der Pinguine ( vgl. Abb. ) mit einer Länge bis im allgemeinen ca. 130 cm (im Jahr 2000 wurden in der Nordantarktis Riesenformen bis 170 cm Größe entdeckt) und einem Gewicht von ca. 30 kg; Männchen etwas größer als Weibchen; goldgelbe Kopfseitenflecken wirken als Auslöser beim Paarungsverhalten. Der Kaiserpinguin jagt tauchend Fische, deren Festhalten von dornartigen Gebilden auf der Zunge und am Munddach unterstützt wird. Mit Hilfe von Tiefenrecordern und Sendern wurden Tauchtiefen bis 534 m und bis 16 min (Männchen) bzw. 477 m und 15 min (Weibchen) ermittelt; übliche Tauchzeiten bewegen sich um 4–5 min (Tiefen von ca. 21–40 m). Geschätzt 200.000–350.000 Exemplare brüten während des Winters und Frühlings bei Temperaturen bis –60 °C und Windstärken bis 300 km/h in etwa 40 Brutkolonien auf Meereis, verteilt um die Antarktis in Küstennähe. Die Partner eines Paares erkennen sich – ebenso wie die Jungen ihre Elternvögel – auch nach längerer Trennung unter Tausenden individuell an der Stimme. Bei energiesparenden Koloniedichten von 10 brütenden Tieren pro m² – wodurch sie die einzige nicht-territoriale Pinguinart sind – wird dieses Problem durch eine „Zweistimmigkeit“ gelöst, in der 2 verschiedene Stimmen (Rufsilben) unabhängig in der Syrinx gebildet werden, die individuell konstant, zwischen den Individuen aber in ihrem Spektrum stark unterschiedlich sind. Die Männchen tragen das einzige Ei und später das Junge in aufrechter Haltung auf dem Fußrücken. Dabei nehmen sie 4 Wintermonate lang keine Nahrung zu sich. Die Weibchen kehren vom Meer zurück, um die Jungen zu füttern, worauf die Männchen eine teilweise bis 200 km lange Strecke zum offenen Meer zurücklegen müssen, wozu ihnen eigentlich nicht genügend Energie mehr zur Verfügung stehen sollte. Mittels Satellitentelemetrie fand man heraus, daß sie Tag und Nacht unterwegs sind und an großen Eislücken (Polynien) als Gelegenheiten zum Nahrungserwerb Zwischenstops machen. Im Meer legen sie Strecken bis 1500 km zum Fischen zurück, bevor sie zur Kolonie zurückkehren. Das Dunenkleid des Jungen ist silbergrau mit schwarz-weißer Kopfzeichnung, Jugendkleid braun. Die Jungen werden ab einem Alter von etwa 7 Wochen in „Kindergärten“ von erwachsenen Tieren beaufsichtigt; im Alter von 5 Monaten gehen sie ins Meer. Man hat Wanderungen von Jungvögeln aus dem Ross-Meer bis 56,9° s.Br. festgestellt und damit über die im Antarktisvertrag festgelegte Schutzzone bei 60° hinaus, wo die Tiere im eisfreien Wasser ständig schwimmen müssen, wohingegen die Altvögel in der Nähe des Packeises bleiben, auf dem sie ruhen können. Erst nach 4–5 Jahren erfolgt die Rückkehr in die Kolonie. Polarregion IV.

O.H.



Kaiserpinguin



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