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Geologie

Atemberaubendes Feuerwerk

Wer den Auswurf glühenden Gesteins oder zähflüssige Lavaströme lieber nicht aus unmittelbarer Nähe genießen möchte, findet in diesem Buch einen gefahrlosen und fast ebenso faszinierenden Ersatz.

Die Kontinentalverschiebung ist ein äußerst langsamer Prozess; aber ihre Sekundäreffekte – Erdbeben und Vulkanausbrüche – sind häufig spektakulär und von faszinierender Gewaltsamkeit. Selbst an längst erkalteten Vulkankuppen, die der Bergbau zur Steingewinnung erschlossen hat und gleichsam als Tomogramme präsentiert, lassen sich die Wucht der Eruptionen und die davon ausgelösten Verheerungen nachvollziehen.

Knapp 2000 Vulkane weltweit gelten als potenziell gefährlich, und jedes Jahr bieten uns etwa 50 von ihnen das fulminante Schauspiel eines Ausbruchs – in Süditalien, entlang des pazifischen Feuergürtels und an vielen anderen Stellen der Erde. Aber abgesehen von vergleichsweise harmlosen Erscheinungsformen wie Geysiren, siedenden Schlammpfützen oder blubbernden Mofetten (Kohlenstoffdioxidquellen) will man einen aktiven Vulkan nicht wirklich aus nächster Nähe erleben. Da mag die visuelle Teilhabe an vulkanischer Geodynamik aus der Armsesselperspektive ein durchaus diskutabler Ersatz sein.

Diesen bietet der vorliegende Band in einzigartiger Weise. Im üppigen Format von 29 mal 31 Zentimetern inszenieren die Autoren Martin Rietze (Fotos) und Marc Szeglat (Text) in rund 140 ganz- oder gar doppelseitigen Fotos die gesamte Bandbreite des fantastischen Feuerzaubers an den vulkanischen Brennpunkten in aller Welt. Sie zeigen aus allernächster Nähe Fontänen glutflüssiger Gesteinsschmelzen, die parabolischen Flugbahnen kühlschrankgroßer Bomben, Flankeneruptionen, Gipfelausbrüche, fliegende Magmafetzen, glühende Materialströme, geheimnisvoll glimmende Lavaseen sowie – in dieser beeindruckenden Qualität bisher nur sehr selten fotografisch dokumentiert – heftige Blitzentladungen in den aufschießenden Asche- und Staubsäulen (Bild unten). Viele Aufnahmen sind in der Dämmerung oder gar bei Nacht entstanden, was ihnen eine atemberaubend infernalische Wirkung verleiht …

Januar 2013

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Januar 2013

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