Die Kraftwerke aller lebenden Zellen, die Mitochondrien, gewinnen Energie durch kalte Verbrennung von Nährstoffen und speichern sie dann in Form von ATP. An der Frage, wie dieser grundlegende Vorgang im Einzelnen abläuft, knobelten die Wissenschaftler ein halbes Jahrhundert lang herum, von der Entdeckung der Mitochondrien Anfang der 1940er Jahre bis zur Strukturaufklärung des Schlüsselenzyms ATPase in den 1990er Jahren.

Der österreichische Chemiker Gottfried Schatz hat jahrzehntelang mitgeknobelt, vornehmlich in den USA und dann am Biozentrum in Basel. Er war an der Entdeckung beteiligt, dass Mitochondrien eigene DNA enthalten, und konzentrierte sich in seiner späteren Laufbahn auf die Frage, wie diese Organellen jene Biomoleküle importieren, die sie mit ihrem eigenen, stark reduzierten Genom nicht herstellen können…