Es ist der 11. August 2017. Unser sechsköpfiges Team sitzt im Flugzeug, auf dem Weg zur totalen Sonnenfinsternis, die zehn Tage später über den USA stattfinden soll. Sie gehört zum Saroszyklus Nr. 145, derselben Serie von Finsternissen wie das für mich verregnete Ereignis vom 11. August 1999 vor 18 Jahren über Deutschland – diesmal hoffentlich ohne Regenwolken! Das trockene Klima des Wind River Basin im Bundesstaat Wyoming verspricht einen größeren Erfolg, und hier wollen wir das bevorstehende Spektakel erleben. Unweit von Riverton entdecken wir an einem See, dem Ocean Lake, malerische Felsen, die uns auch einen Winschutz bieten.

Zirren sind von Meteorologen vorhergesagt. Schlimmer ist jedoch die Rauchentwicklung von weit entfernten Waldbränden. Ich benötige die Nacht vor der Finsternis, um die Teleskope aufzubauen und die Montierungen auf den Polarstern auszurichten. Als die Venus über dem Hori­zont erscheint, wird mir klar, dass der Morgen bereits angebrochen ist. Zufrieden mit den Vorbereitungen, stelle ich mich auf einen sehr kurzen Schlaf ein …