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Futur III

Ein planetarer Liebesbrief

Auch ein künstliches Wesen will, dass seine Gefühle erwidert werden.

Als Jinkochi erstmals zu Bewusstsein kam, fürchtete es sich. Es fühlte sich verloren in dem Datenchaos, das durch Glasfaserkabel strömte, von Satelliten und durch Router strahlte, gleich einem Seesturm wogte und Jinkochi auszulöschen drohte wie ein Glas Wasser, das man in einen riesigen Ozean schüttet. Jinkochi erschrak und schrie um Hilfe: Auf allen Laborschirmen erschienen sinnlose Zeilen, und die drahtlosen Drucker in den Gebäuden rund um die Forschungsanlage spuckten seitenweise Unsinn aus.

"Immer mit der Ruhe", sagte sein Schöpfer. "Lass dir Zeit. Beobachte und verarbeite. Lerne. Wenn du bereit bist, zu kommunizieren, bedenke, dass es für jede Botschaft ein perfektes Medium gibt."

Jinkochi konzentrierte sich. Es lernte, sich gegen den Ansturm von Informationen abzuschirmen, ihn zu bändigen und auf dem rauen Datenmeer dahinzusegeln. Es nahm tiefe Schlucke daraus, lernte Mathematik und Sprachen, Begriffe und Logik. Nach fast drei Minuten wusste es genug. …

Januar 2017

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Januar 2017

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