Nicht nur die Kinder von menschlichen Helikop­tereltern haben es später im Leben schwer: Auch für Hundewelpen kann eine überbehütende Mutter von Nachteil sein, wie Emily Bray von der University of Pennsylvania in den USA und ihre Kollegen entdeckten. Die Wissenschaftler beobachteten mehr als drei Wochen lang Hündinnen und ihren Nachwuchs. Sie untersuchten, wie lange und wie häufig die Hundemütter ihre Welpen säuberten, Zeit mit ihnen verbrachten und sie säugten. 14 bis 17 Monate später prüften die Forscher die kognitiven Fähigkeiten und das Temperament der inzwischen ausgewachsenen Vierbeiner – unter anderem mit einer komplizierten mehrstufigen Aufgabe, die zu einer Belohnung führte.

Hunde, die von ihrer Mutter stärker umsorgt worden waren, erreichten dieses Ziel seltener und zeigten generell ein deutlich ängstlicheres Verhalten. Außerdem bestanden die überbehüteten Tiere auch seltener die Prüfung zum Blindenführhund. Besonders das Stillverhalten der Hündinnen beeinflusste hier die Erfolgschancen: Welpen, die von auf dem Bauch liegenden Müttern gesäugt worden waren, fielen viermal häufiger bei der Prüfung durch.

Bray und ihre Kollegen spekulieren, dass die spätere Leistung der Tiere mit einer gewohnheitsmäßig erzwungenen Anstrengung im jungen Alter zu tun haben könnte. Sitzt die Hundemutter beim Säugen aufrecht oder steht sogar auf ihren Pfoten, müssen sich die Welpen beim Trinken anstrengen – und werden dadurch womöglich besser auf Herausforderungen vorbereitet, so die Forscher.