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Im Rückblick


1953


Überreste des Peking-Menschen jüngst entdeckt

In der Nähe von Peking sind neue Überreste des Peking-Menschen, Sinanthropus pekinensis, gefunden worden. Es handelt sich um Skelett-Teile. Der Fundort Tschuktien liegt in dem gleichen Gebiet, aus dem der berühmt gewordene Schädelfund des Jahres 1929 stammt, eine der ältesten Hominidenformen der menschlichen Stammesentwicklung. Der Schädel und andere, später entdeckte Knochen dieses Urmenschen sind in den Wirren des Zweiten Weltkrieges verschwunden. (Universitas, 8. Jg., Heft 4, 1953, S. 422)

Ein fliegendes Boot

Durch Windkanal-Versuche von Luftforschern bekam man plötzlich ... das theoretische Rüstzeug für die Konstruktion eines im Wasser fliegenden Bootes. Wasser ist zwar naß und schwerer als Luft, aber hier gelten dieselben Gesetze der Strömungslehre wie dort. ... Die Tragflächen, die sich unter dem Boot befinden, sind im Prinzip nichts anderes als Flugzeugflügel. Da sie unter einem geringen "Anstellwinkel" durchs Wasser bewegt werden, entsteht an der Unterseite der leicht profilierten Fläche ein Druck und an ihrer Oberseite ein Sog. ... So wird das Boot aus dem Wasser gehoben ... Da es sich bei den Unterwasserflügeln ... um scharfe, dünne Messer aus Bronze handelt, verursachen sie in der Fahrtrichtung nur wenig Widerstand. (Das neue Universum, Bd. 70, 1953, S. 274)

Entfernungen im Weltall verdoppelt

Eine von W. Baade mit dem 5-m-Reflektor des Palomar-Ob­servatoriums vorgenommene Neubestimmung der Entfernung des Andromeda-Nebels ... erbrachte das Ergebnis, daß seine Entfernung etwa doppelt so groß ist, wie bisher angenommen wurde. Ein ähnliches Resultat erhielt H. Shapley für die Magellanschen Wolken ... Einige helle Objekte in diesen Sternsystemen konnten als Kugelsternhaufen identifiziert werden ... Wenn sie die gleiche Helligkeit wie die galaktischen haben, muß die bisher angenommene Entfernung der beiden Sternsysteme verdoppelt werden. Da diese Abstände die Entfernungsskala des Weltalls wesentlich bestimmen, müssen alle übrigen extragalaktischen Entfernungen ebenfalls verdoppelt werden. (Die Umschau, Heft 8, 1953, S. 247)

1903


Sehen Ameisen UV und Röntgen’sche Strahlen?

Nach vollständiger Verdunkelung des Zimmers wurde ein Sonnenspektrum durch eine kleine Oeffnung des Fensters erzeugt, von diesem Spektrum der sichtbare Teil verdeckt und nur die Strahlen des unsichtbaren Teiles jenseits des Violetts auf die Ameisen ... geworfen. ... Nach viertelstündiger Einwirkung der ultravioletten Strahlen hatten sich alle Ameisen samt ihren Puppen in den von den Strahlen nicht getroffenen Teil der Schachtel zurückgezogen. ... Die Röntgenstrahlen dagegen übten nach ebenso langer Einwirkung keinen Einfluss auf die Ameisen aus. (Naturwissenschaftliche Wochenschrift, Bd XVIII, Nr. 28, 1903, S. 329)

Eine eigenartige Verwendung des Gasteers

Wohl veranlasst durch die in Amerika gemachten Versuche, die Strassen durch Behandeln mit Rohpetroleum staub- und schmutzfrei zu machen, benutzte der italienische Ingenieur G. Rimini den Gasteer zu diesem Behufe. ... Er stellte die Versuche an zwei Stellen der Chaussee seines Distrikts Lugo bei Ravenna an, an denen der Verkehr ein besonders lebhafter ist, und fand, dass die Ergebnisse die Erwartungen in jeder Hinsicht übertrafen. Die mit dem Teer behandelten Strecken bedeckten sich bald mit einer harten, fest zusammengebackenen Schicht. ... Dieselbe ist völlig staubfrei und das Regenwasser fliesst von ihr ab, ohne eindringen zu können, sodass natürlich auch kein Schmutz gebildet werden kann. Die Farbe des Bodens gleicht der eines recht dunklen Sandes. (Dinglers Polytechnisches Journal, 84. Jg., Bd. 318, Heft 15, 1903, S. 240)

Eine unlöschbare Seefackel

In England, Amerika und auch Frankreich ist mit bestem Erfolg bei verschiedenen Rettungswerken auf See eine Acetylenfackel nach Watson angewandt worden, die durch Wasser und Wind nicht verlöscht werden kann. ... Beim Eintauchen des Körpers in das Wasser tritt Karbid durch die kleinen Oeffnungen o in die Luftkammer b und berieselt das Calciumkarbid a. ... Der Deckel, auf dem die Acetylenbrenner i angebracht sind, trägt noch einen kleinen Rezipienten r, der Calciumphosphat­stücke enthält. Der Erfinder hat diese chemische Verbindung gewählt, weil sie am besten ein zuverlässiges Entzünden und eine genügend lange Wirksamkeit sichert. Diese Eigenschaft ist besonders erwünscht, weil die Fackel häufig im Seegang unter Wasser kommt und ausgelöscht wird. Die Wiederentzündung erfolgt dann, solange die Wirksamkeit des Calciumphosphats anhält, explosiv. (Dinglers Polytechnisches Journal, 84. Jg., Bd. 318, Heft 14, 1903, S. 222)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 4 / 2003, Seite 57
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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