Schon eine einzige unruhige Nacht ohne Tiefschlaf lässt die Konzentration des "Alzheimer-Proteins" Beta-Amyloid im Hirnwasser ansteigen. Kommen mehrere unruhige Nächte zusammen, steigt auch der Gehalt des Tau-Proteins, das ebenfalls mit der Krankheit zusammenhängt. David M. Holtzman von der Washington University in St. Louis (USA) und seine Kollegen luden 17 gesunde Freiwillige mittleren Alters, die weder Gedächtnisstörungen noch andere verdächtige Auffälligkeiten zeigten, in ihr Schlaflabor ein. Dann bescherten sie der Hälfte der Teilnehmer eine unruhige Nacht, indem sie ihnen Störgeräusche abspielten, sobald ihre Hirnströme den Beginn der Tiefschlafphase ankündigten. Die Schläfer selbst bemerkten davon kaum etwas, fühlten sich am nächsten Morgen allerdings müde und wenig erholt. Über einen Monat später kamen die Probanden zu einer zweiten Sitzung ins Schlaflabor. Nun wurden diejenigen gestört, die zuvor durchschlafen durften, und umgekehrt.

Nach jeder dieser Nächte zapften die Forscher den Versuchspersonen aus der Wirbelsäule etwas Nervenwasser ab. Diese Flüssigkeit umspült die Nervenzellen und liefert so Hinweise auf die chemischen Verhältnisse im Gehirn. Wie Holtzman und seine Kollegen berichten, war die Konzentration von Beta-Amyloid nach der unruhigen Nacht rund zehn Prozent höher als nach der erholsamen Nacht. Bei den Teilnehmern, die schon zuvor (ohne Zutun der Wissenschaftler) schlecht geschlafen hatten, beobachteten die Forscher zusätzlich noch vermehrt Tau-Proteine. Ohne Tiefschlaf kann sich das Gehirn womöglich nicht mehr ausreichend reinigen, was die erhöhten Proteinwerte erklären würde. Ein paar gute Nächte später sollte sich der Beta-Amyloid-Gehalt jedoch wieder normalisiert haben, meinen die Wissenschaftler. Bedenklicher könnte es allerdings dann werden, wenn bei jemandem über lange Zeit hinweg der Schlaf zu kurz kommt.