Kinder der australischen Ureinwohner sind in der Lage, auch ohne die entsprechenden Zahlbegriffe zu zählen. Das fanden Forscher um Brian Butterworth vom University College London heraus.

Probanden aus zwei Aborigines-Gemeinschaften, deren beide Sprachen jeweils nur über die Wörter für "eins", "zwei", "wenige" und "viele" verfügten, schnitten bei einem Zähltest genauso gut ab wie eine vergleichbare englischsprachige Gruppe von Ureinwohnern. Ingesamt 45 Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren sollten beispielsweise Zählmarken auslegen, die der Anzahl von erklingenden Stockschlägen entsprachen.

Butterworth und seine Kollegen schlussfolgern aus diesen Ergebnissen, dass abstrakte Konzepte für Zahlen auf angeborenen Mechanismen beruhen und nicht auf sozial erlernten Wörtern. Frühere Studien hatten hingegen Hinweise geliefert, dass Zahlwörter die Voraussetzung für die Entwicklung von Konzepten für Zahlen größer drei sind. (cw)