Uhus (Bubo bubo) grenzen wohl auch über ihren Kot ihr Revier gegenüber Konkurrenten ab. Damit kommunizieren sie ebenso wie viele Säugetiere über olfaktorische Signale und nicht nur über Lautäußerungen mit ihren Artgenossen.

Vincenzo Penteriani und Maria del Mar Delgado von der Estacíon Biológica de Doñana beobachteten dieses Verhalten erstmals bei Vögeln [1]. Europas größte Eulenart setzt demnach gezielt rund um ihren Horst ihre Ausscheidungsprodukte wie auch Federn erbeuteter Nahrung ab. Dadurch teilen sie anderen Uhus mit, dass dieses Gebiet schon besetzt ist und sie gerade brüten – denn nur vermählte Individuen setzen diese Botschaften ab. Ungebundene Tiere verzichten auf die Exkrementebotschaft.

Nach Ansicht der beiden Biologen spricht vor allem die ungleichmäßige Verteilung der Kotbällchen für gezielte Signale: Sie werden nicht das ganze Jahr über das gesamte Revier hinweg verstreut, sondern vor und während der Brutzeit gezielt in der Nähe des Nestes hinterlassen. Zudem bevorzugen es die Uhus, auf dunklen Flächen ihren weißen Stuhl auszubringen, wo er besser wahrgenommen wird – ein Verhalten, dass sich auch experimentell bestätigen ließ: Nachdem die Forscher die Markierungen mit dunkler Farbe überpinselt hatten, defäkierten die Eulen in der nächsten Nacht nicht etwa nur in der Nähe der alten Spuren, sondern exakt auf die übermalte Stelle.

Womöglich sparten sich die nachtaktiven Räuber dadurch energiezehrende Rufe oder Patrouillenflüge, um ihr Revier abzugrenzen – zumal sie als Spitzenräuber nur eine dünne Besiedelungsdichte erreichen und große Habitate kontrollieren müssten, so Penteriani. Der Uhu war im Jahr 2005 Vogel des Jahres in Deutschland, wo sich seine Zahl seit 1950 wieder von 40 auf rund 850 Brutpaare erholt hat. Neuerdings gehen seine Zahlen in Kerngebieten wieder wegen Nahrungsmangel und menschlicher Störungen am Horst zurück, wie der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) nun mitteilte. (dl)