Pflanzen ziehen nicht nur Nährstoffe aus dem Boden. Auch Metalle aus Erzlagerstätten nehmen sie über ihre Wurzeln auf und verteilen sie über die Leitbündel in ihrem gesamten Organismus. Aus solchen chemischen Spuren in Blättern und Ästen schließen Lagerstättenkundler, welche geologischen Schätze sich unter der Erdoberfläche verbergen. Ein Metall aber entzieht sich bisher dieser Technik: Wie sich Gold in Pflanzen verhält, ist noch zu wenig bekannt, um auf diese Weise nach verborgenen Goldadern zu suchen.

Mangankonzentrationen in Blättern
© Melvyn Lintern, CSIRO Earth Science and Resource Evaluation
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Nun aber zeigt ein Team australischer Wissenschaftler, dass man mit Hilfe von Eukalyptusbäumen tatsächlich tief im Sediment verborgene Lagerstätten des edlen Metalls finden kann. Wie sie nachwiesen, nehmen die Pflanzen nicht nur im Labor, sondern auch in freier Wildbahn Goldnanopartikel aus dem Boden auf. Das zeigt, dass frühere Messungen von Gold in Pflanzenmaterial keineswegs nur Goldspuren in Flugstaub auf den Blattoberflächen nachgewiesen hatten, sondern tatsächlich Indizien für unterirdisches Gold.

Die Arbeitsgruppe um Melvyn Lintern vom CSIRO (The Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation) ließen Setzlinge von Eukalyptus- und Akazienbäumen unter kontrollierten Bedingungen in goldhaltigem Boden wachsen. Bei anschließenden Untersuchungen fanden sie Goldnanopartikel im Gewebe der Pflanzen, die mit Kalziumoxalatkristallen verbunden waren. Wild lebende Bäume, unter denen sich in 35 Meter Tiefe ein bekanntes Goldvorkommen verbirgt, enthielten ebenfalls derartige, bis zu acht Mikrometer große Goldpartikel samt der begleitenden Oxalate in den Blättern.

Zusätzlich schieden die Bäume sowohl im Freiland als auch im Gewächshausexperiment lösliche Goldsalze über die Blattoberflächen aus. Aus diesen Befunden schließen Lintern und Kollegen, dass Gold womöglich giftig für Pflanzen ist und deswegen systematisch über verschiedene Stoffwechselwege neutralisiert und ausgeschieden wird. Auf diese Weise machen sie auch tief unter Sand und Schutt verborgene Goldadern für Wissenschaftler erkennbar.