Das im Juli 2014 in der Ukraine abgestürzte Flugzeug der Malaysia Airlines wurde mit höchster Wahrscheinlichkeit mit einer Rakete aus russischer Herstellung abgeschossen. Zu diesem Ergebnis kommt der heute vorgestellte Abschlussbericht des niederländischen Sicherheitsrats. Das Gremium wird bei der Untersuchung großer Unglücke und Unfälle zu Rate gezogen. Demnach explodierte der Sprengkopf einer Flugabwehrrakete links oberhalb des Cockpits, die Druckwelle ließ das Flugzeug auseinanderbrechen. Bei dem Absturz der Boeing 777 starben 298 Menschen, viele davon aus den Niederlanden.

Tweet mit Schäden an Flug MH17
© Twitter / @NickDMiller
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Der Journalist Nick D. Miller berichtet, dass lediglich eine Seite des Fliegers von Metallteilen durchschlagen wurde – das zeigt, wo die Rakete in Relation zum Flugzeug detonierte.

Die Spezialisten rekonstruierten unter anderem Teile der Vorderseite der Maschine, an der die Einschläge der Schrapnelle deutlich zu erkennen sind. Bereits zuvor ergaben Ermittlungen, dass das Flugzeug durch ein "Objekt mit hoher Energie" zerstört wurde, vermutlich war es eine russische Buk-Rakete. Solche Luftabwehrwaffen waren zum Zeitpunkt des Abschusses in der Region stationiert. Der Bericht befasste sich nicht mit der Frage, welche Partei für den Abschuss verantwortlich war – kommt aber zu dem Schluss, dass die Rakete nur aus einem von Separatisten kontrollierten Gebiet gestartet sein kann. Außerdem kritisiert der Sicherheitsrat Staaten und Fluggesellschaften dafür, die Gefahren für zivile Flugzeuge schlichtweg verkannt zu haben.