Sie kann nicht fliegen und ist auch nicht besonders wehrhaft. Für hunderttausende Jahre war das für die Tahititaube (Alopecoenas erythropterus) kein Problem. Ihre Heimat, eine Serie von Inseln im Südpazifik, war viel zu entlegen, als dass Landraubtiere dem Vogel gefährlich werden konnten. Bis der Mensch Ratten einschleppte, die sich an Eiern und Küken der Tahititaube gütlich taten und so den Vogel mit den braunroten Flügeln und hellem Brustgefieder nahezu ausrotteten. Dieses Schicksal erleiden sie nun jedoch selbst. Wie die Naturschutzorganisation BirdLife International berichtet, sind jetzt fünf Inseln aus der Actéon- sowie der Gambier-Inselgruppe wieder rattenfrei, so dass sich neben der Tahititaube auch andere Vögel wie der Kleinschnäbelige Südseeläufer (Prosobonia parvirostris) langsam wieder erholen. Zusätzlich vermelden die Landwirte der Inseln, dass die Erträge ihrer Kokospalmen seit dem Verschwinden der Ratten deutlich gestiegen sind.

Weniger als 200 Exemplare gibt es derzeit noch von der Tahititaube, von denen die Mehrzahl auf einem der letzten noch rattenfreien Atolle der Inselgruppen lebe, berichtet die Organisation. Von den anderen Inseln der Gruppe dagegen seien sie und mehrere andere endemische Vogelarten von den eingeschleppten Ratten verdrängt. Eine Gruppe regionaler und internationaler NGOs organisierte 2015 die Acteon & Gambier Island Restoration Operation, bei der gleich sechs der entlegenen Inseln mit Giftködern gespickt wurden – ein bereits auf vielen anderen Inseln bewährtes Verfahren, den Ratten effektiv den Garaus zu machen.

Im April 2017 endete nun die anschließende Beobachtungsphase mit dem Ergebnis, dass auf fünf der sechs behandelten Inseln keine Ratten mehr zu finden sind; erste Anzeichen deuten darauf hin, dass sich die ursprünglichen Ökosysteme wieder erholen. Nun sollen Brutpaare der bedrohten Vogelarten auf den anderen Inseln ausgesetzt werden, um dort neue Populationen aufzubauen.