Nach Ansicht vieler Fachleute ist es biologisch festgelegt, ob man lieber morgens lange schläft oder abends früh zu Bett geht. Dieser so genannte Chronotyp soll, berichtet jetzt ein Team um Dario Maestripieri von der University of Chicago, auch langfristige Lebensentscheidungen über Sex und Partnerschaft beeinflussen. Demnach bevorzugen Frühaufsteher längere Partnerschaften und sind tendenziell weniger sexuell erfahren, während Langschläfer die Partnerin häufiger wechseln. Die Forscher sehen darin einen Hinweis darauf, dass der Chronotyp evolutionär betrachtet kein Zufall ist: Ihrer Vermutung nach ist er mit spezifischen männlichen Fortpflanzungsstrategien verknüpft.

Die Forscher befragten 96 männliche, heterosexuelle Studenten mit standardisierten Fragebögen, um die Hypothese zu testen, dass der Chronotyp eng mit der allgemeinen Persönlichkeit verknüpft ist. Tatsächlich fanden sie eine Korrelation nicht nur zum Sexualverhalten, sondern auch zu Beziehungspräferenzen und Zeitperspektive, die langfristig großen Einfluss auf wesentliche Lebensentscheidungen haben. Allerdings kann die Studie wegen ihrer geringen Teilnehmerzahl und ihrer Beschränkung auf einen einzigen Kulturkreis bestenfalls einen vorläufigen Hinweis auf mögliche biologische Zusammenhänge geben.