Moderne Händetrockner, die mit konzentrierten Druckluftstrahlen arbeiten, verteilen potenziell schädliche Bakterien in der Luft. Forscher um Mark Wilcox von der Universität Leeds fanden in der Luft um solche Druckluftgeräte 27-mal so viele Keime wie in der Nähe von Papierhandtuchspendern. Die Bakterienzahl dort war außerdem fast fünfmal so hoch wie an Händetrocknern, die mit relativ langsamer Warmluft arbeiten. Die Forscher vermuten deswegen, dass die Geräte dazu beitragen, Krankheitserreger zu verbreiten, während Papierhandtücher hygienischer seien – allerdings wurde die Studie von Papierhandtuch-Herstellern finanziert.

Das Team um Wilcox kontaminierte die Hände von Probanden mit harmlosen Bakterien, die in öffentlichen Toiletten normalerweise nicht vorkommen, und ließ ihre Testpersonen je 15 Sekunden mit Papier, Warmluft und Druckluft die Hände trocknen. Beim Drucklufttrockner schwebte auch fünf Minuten nach Ende des Trocknens noch die Hälfte der Bakterien in der Luft. Sogar weitere zehn Minuten später waren nach Angaben der Forscher noch Mikroorganismen nachzuweisen. Allerdings bleibt unklar, woher diese in der Praxis stammen sollen, wenn die Hände gerade frisch gewaschen sind.