Ein wohl einzigartiges Archiv belegt, welch starken Einfluss der kommerzielle Fischfang, aber auch Sportfischer in den letzten Jahrzehnten auf ihre gemeinsame Beute haben: Die von der Monroe County Library in Florida gesammelten und von der Biologin Loren McClenachan ausgewerteten Fotos von Anglern neben ihren erlegten Fischen zeigen, wie stark die bevorzugt gejagten Arten vor Floridas Küste mittlerweile geschrumpft sind.

Schrumpfende Beute
© Monroe County Library
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Während die von den Sportfischern begehrten Haie oder Zackenbarsche 1957 im Schnitt noch an die zwei Meter lang waren und ihre Angler meist überragten, messen die heute aus dem Wasser geholten Tiere im Mittel nur noch 34 Zentimeter. Das geschätzte Gewicht nahm im gleichen Zeitraum von knapp 20 auf nur noch 2,3 Kilogramm ab, wie die Forscherin von der Scripps Institution of Oceanography im kalifornischen La Jolla mitteilt. Daneben verschob sich das Artenspektrum: Während zu Beginn noch Zackenbarsche dominierten und häufig auch Haie an die Angel gingen, bestimmen heute Schnapper das Bild. Und Haie gehören zu den Seltenheiten, die angelandet werden.

Trotz der kleineren Beute kosten die Fangfahrten heute inflationsbereinigt jedoch noch genauso viel wie 1957, wie McClenachan erwähnt: Das Interesse scheint also weiterhin ungebrochen, obwohl sich die negativen Konsequenzen der Sportfischerei auf die Fischbestände deutlich zeigen. (dl)