Die Bewegungen erinnern an eine Kreuzung aus Wurm und Schlange, doch Pate standen vor allem Kleinstlebewesen, die sich mit Hilfe von Flagellen vorwärtsbewegen: Dank seines beweglichen Hinterteils kommt der experimentelle Roboter SAW nicht nur an Land, sondern auch im Wasser voran. SAW ist das jüngste Ergebnis der Minimalismusbestrebungen seines Chefentwicklers David Zarrouk von der Ben Gurion University des Negev, der bereits seit Jahren versucht, immer simpler gestrickte Roboter zu entwerfen.

Der Name SAW steht für "Single Actuator Wave-like robot", zu Deutsch etwa Einzelaktuator-Wellenroboter. Nur ein einziger Aktuator treibt den Roboter vorwärts. Der clevere Einfall von Zarrouk und Kollegen bestand darin, die Rotationsbewegung des Motors durch eine Art starre, sich drehende Spiralfeder in eine Wellenbewegung zu übersetzen. Dornen an den Gliedern seines 3-D-gedruckten Hinterteils sorgen dann dafür, dass SAW immer weiter vorwärtsgeschoben wird. Die Räder am Frontgehäuse dienen lediglich zur Steuerung.

Das Team um Zarrouk hat Prototypen in unterschiedlichen Größen gebaut. Den Vorteil ihres Ansatzes sehen sie darin, dass sich der Bauplan noch erheblich weiter verkleinern lässt, so dass auch Sonden im Innern des Körpers sich nach diesem Prinzip fortbewegen könnten. Ein so konstruierter Roboter sei äußerst wartungsarm, energieeffizient, zuverlässig und leicht zu bauen, erklären die Forscher. Der größte ihrer Prototypen erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 57 Zentimetern pro Sekunde.