In den Jahren nach großen, explosiven Vulkanausbrüchen schrumpfen sogar die mächtigsten Ströme der Welt. Zu diesem Ergebnis kamen Carley Iles und Gabriele Hegerl von der University of Edinburgh nach einer systematischen Analyse der Daten von 50 großen Flüssen auf allen Kontinenten. Demnach haben Vulkanausbrüche Auswirkungen auf die Wassermengen in Flüssen überall auf der Welt, und meistens negative. In den Jahren nach einer Eruption führten Amazonas, Nil und Kongo statistisch signifikant weniger Wasser, ebenso die Mehrzahl der anderen untersuchten Flüsse. Lediglich in den südlichen Regionen von Nord- und Südamerika floss mehr Wasser durch die Flüsse.

Vulkane, die sehr explosiv ausbrechen – wie zum Beispiel der Pinatubo im Jahr 1991 –, schleudern Asche und Gestein oft bis in die Stratosphäre. Dieser Schleier, das ist schon länger bekannt, kühlt nicht nur das Erdklima, sondern verändert auch die Niederschläge. Besonders feuchte Regionen werden trockener. Doch reicht dieser Effekt allein aus, um den Wasserhaushalt zum Beispiel von Amazonas- oder Kongobecken zu verändern? Nach den Ergebnissen von Iles und Hegerl ist das tatsächlich der Fall. Die Wissenschaftlerinnen sehen deswegen nicht nur ein potenzielles Problem für stark von einzelnen Flüssen abhängige Regionen, sondern warnen auch vor unerwarteten Folgen zukünftiger Geoengineering-Projekte, bei denen Aerosole die Erde kühlen sollen.