Laut Klimamodellen ist zu erwarten, dass der Gehalt am lebenswichtigen Sauerstoff in den Weltmeeren abnimmt, wenn die Temperaturen steigen. Genau dies haben nun Wissenschaftler um Sunke Schmidtko vom GEOMAR in Kiel beobachtet: Um mehr als zwei Prozent sank die Konzentration global betrachtet seit den 1960er Jahren. Regional gab es dabei erhebliche Unterschiede, den größten Rückgang verzeichneten sie in Teilen der Arktis, den mengenmäßig größten Verlust im Nordpazifik.

Veränderung des Sauerstoffgehalts
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Wo zu wenig Sauerstoff im Wasser ist, verlieren vor allem größere Fische an Lebensraum. "In fischreichen küstennahen Gebieten wären diese Konsequenzen ökologisch, aber auch wirtschaftlich zu spüren", sagt Studienkoautor Lothar Stramma.

Das Team rekonstruierte aus zahlreichen Messdaten die Veränderungen im Sauerstoffgehalt der Ozeane über die letzten 50 Jahre. Rund 15 Prozent der Abnahme seien direkt auf die höheren Wassertemperaturen zurückzuführen. Erwärmt sich das Oberflächenwasser, kann sich weniger Sauerstoff darin lösen. Die Erderwärmung hat jedoch auch zahlreiche indirekte Folgen auf die O2-Konzentration. Beispielsweise mischt sich wärmeres Oberflächenwasser weniger gut mit dem kühleren, sauerstoffärmeren Tiefenwasser und transportiert so auch weniger Sauerstoff in die Tiefe. Insbesondere in den mittleren Wasserschichten machen sich darum die Veränderungen bemerkbar. Diese ungleichmäßige Verteilung könne durchaus weit reichende Konsequenzen haben, meinen die Forscher.

Offen sei dabei, wie groß der Einfluss natürlicher Faktoren ist und welcher Anteil auf den Klimawandel entfällt, erläutert das Team. Allerdings stimme das Ergebnis mit den meisten Modellrechnungen der Klimaforscher überein. Demzufolge wird der Sauerstoffgehalt mit den steigenden Oberflächentemperaturen künftig noch weiter zurückgehen.