Aus wie vielen Linsen schaut der Tod einer Fliege im Spinnennetz ins Gesicht?

a) 6-8
b) 150-500
c) 5000-7000
d) über 20 000

Antwort:

Die meisten Spinnen haben acht Augen, manche auch nur sechs. Sie sind jeweils nur mit einer einzigen Linse ausgestattet.

Erklärung:

Im Gegensatz zu den meisten Gliederfüßern wie Krebsen und Insekten, deren Komplexaugen aus vielen hundert bis einigen tausend Einzellinsen zusammengesetzt sind, haben Spinnen – wie Menschen – Augen mit je einer einzigen Linse.

Aber im Gegensatz zu Menschen haben sie gleich sechs bis acht davon, was ihnen bei entsprechender Anordnung ein großes räumliches Sehfeld verschaffen kann. Und anders als beim Menschenauge sind die Augen der Spinnen auch nicht beweglich: Die Spinnenlinsen werden vom chitinhaltigen Außenskelett gebildet und sind mit diesem fest verbunden.

Cupienniuis
© Moritz Nowack
(Ausschnitt)
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Trotz der vielen Augen kann das Sehvermögen bei den verschiedenen Spinnengruppen sehr unterschiedlich ausgeprägt sein - klar: Radnetzspinnen zum Beispiel sind beim Dingfestmachen ihrer zappelnden Beute viel eher auf ihren Tastsinn angewiesen und sehen daher meist schlecht - sie können oft nur zwischen hell und dunkel unterscheiden - das reicht, um sich schnell abzuseilen, wenn ein hungriger Vogel naht.

Springspinnen und andere Gruppen hingegen verlassen sich beim Beutefang ausschließlich auf ihren Gesichtssinn - daher haben sie zwei sehr große und leistungsstarke Augen. Meist sind dies die beiden mittleren Frontalaugen. Die anderen Augen sind kleiner und dienen lediglich zur Vergrößerung des Sehfelds - etwa vergleichbar mit unserer Sicht aus den Augenwinkeln.

Die großen Frontalaugen der Springspinnen sind aber nicht nur wegen ihrer Sehstärke bemerkenswert. Weil sie mit ihren starren Linsen einem Beutetier in spe nicht folgen können, tun sie es einfach mit ihrer Retina - spezielle Muskeln können die Schicht der Sehsinneszellen hinter den Linsen punktgenau ausrichten.