Wer war Henrietta Lacks?

Andreas Jahn
a) Freuds Patientin
b) Nobelpreisträgerin
c) Krebszellspenderin
d) Retortenbaby

Antwort:

Von Henrietta Lacks, einer im Jahr 1951 gestorbenen Krebspatientin, stammen die berühmten HeLa-Zellen, die heute in zahlreichen Labors auf der ganzen Welt eingesetzt werden.

Erklärung:

Als Henrietta Lacks am 4. Oktober 1951 ihrer Krebskrankheit erlag, war sie erst 31 Jahre alt. Vermutlich wäre ihr trauriges, aber nicht ungewöhnliches Schicksal längst vergessen, wenn nicht einige ihrer Zellen im wahrsten Sinne des Wortes Unsterblichkeit erlangt hätten.

Im Februar 1951 wurde Henrietta Lacks ins Johns Hopkins Hospital der amerikanischen Stadt Baltimore eingeliefert; wenige Tage später lag der schreckliche Befund vor: Gebärmutterhalskrebs. Im Gegensatz zu heutigen Zeiten, in denen ein Zervixkarzinom bei rechtzeitiger Diagnose heilbar ist, waren damals die Aussichten schlechter. Die Ärzte konnten sie nicht retten.

Bevor die Mediziner versuchten, den aggressiven Tumor mit Strahlentherapie abzutöten, hatte ein junger Assistenzarzt eine Gewebsprobe der Krebszellen entnommen. Diese Probe gelangte schließlich in die Hände von George Gey. Zusammen mit seiner Frau Margaret hatte der Mediziner schon seit Jahren versucht, menschliche Zellen außerhalb des Körpers zu züchten – bisher vergeblich.

Die Zellen von Henrietta Lacks brachten den Durchbruch: Als das Ärzteehepaar die Gewebsprobe in eine Nährlösung setzten, fingen die Tumorzellen sofort an, sich wie wild zu teilen und wuchsen und wuchsen und wuchsen. Ihr Überlebenswille schien ungebrochen – auch lange nachdem Henrietta Lacks in einem schlichten Grab in Virginia ihre letzte Ruhe gefunden hatte.

Heute sind die unsterblichen HeLa-Zellen aus der Zellforschung nicht mehr wegzudenken. Sie traten den Siegeszug durch die Laboratorien der Welt an und leben als unzählige Tochterkolonien weiter. Nur durch sie war beispielsweise die Entwicklung des Polio-Impfstoffs möglich, da mit ihnen das Virus gezüchtet werden konnte. Henrietta Lacks hatte damit – lange nach ihrem Tod – zahlreichen Menschen das Leben gerettet.

Wer mehr über Henrietta Lacks erfahren möchte, dem sei die Lektüre von Henrietta's Dance empfohlen.


Der Neurologe und Begründer der Psychoanaylse, Sigmund Freud, hatte natürlich viele Krankheitsfälle beschrieben, aber einer der bekanntesten dürfte das Leiden von Bertha Pappenheim gewesen sein, die als "Anna O." im Jahr 1895 Eingang in die "Studien über Hysterie" gefunden hatte.


Nobelpreisträgerinnen gab es bisher nur wenige. Die erste Frau, die überhaupt mit einem Nobelpreis geehrt wurde, war Marie Curie – dafür aber gleich doppelt: 1903 für Physik und 1911 für Chemie. Bereits im Jahr 1905 folgten Bertha von Suttner mit dem Friedens- sowie im Jahr 1909 Selma Lagerlöf mit dem Literatur-Nobelpreis. Die Medizin musste bis 1947 warten, als Gerty Theresa Cori zusammen mit ihrem Ehemann Carl Ferdinand für ihre Entdeckung des Verlaufs des katalytischen Glykogen-Stoffwechsels ausgezeichnet wurde.


Das erste "Retortenbaby" war die Engländerin Louise Brown, die am 25. Juli 1978 das Licht der Welt erblickte. Damals eine Sensation sind heute künstliche Befruchtungen außerhalb des Mutterleibs schon fast gang und gäbe.

Wer war Henrietta Lacks?