Welches Erfrischungsgetränk hatte ursprünglich eine medizinische Funktion?

Rosana Erhart
a) Ginger Ale
b) Coca-Cola
c) Almdudler
d) Tonic Water

Antwort:

Tonic Water diente während der Kolonialzeit als Medikament gegen Malaria.

Erklärung:

Tonic Water enthält Chinin – ein ursprünglich aus der Rinde des Chinarindenbaum gewonnenes Substrat. Im 19. Jahrhundert wurde es vor allem von britischen Kolonialisten als Malariaprophylaxe in Indien eingesetzt, weshalb die Bezeichnung "Indian Tonic Water" entstand. Die Kombination mit Gin zu "Gin and Tonic" erfreute sich bei den Briten besonderer Beliebtheit, da es – unter anderem – den bitteren Geschmack von Chinin überdeckte. Auch heute noch ist Chinin im Erfrischungsgetränk enthalten – allerdings in wesentlich geringeren Mengen als zur Kolonialzeit, und auch Chinin findet noch immer als Malariamittel Anwendung: Es verhindert die Bildung eines für den Parasiten überlebenswichtigen Enzyms.

Im späten 19. Jahrhundert kam die Coca-Cola auf den Markt. Der Pharmakologe John Pemberton vermarktete das Erfrischungsgetränk als Medizin gegen Müdigkeit und Kopfschmerzen. Im Rezept war zu dieser Zeit noch Kokain aus Blättern des Cocastrauchs und Koffein aus der Kolanuss enthalten – Psychostimulanzien also, die anregend auf den Körper wirkten. Bis in das Jahr 1903 enthielt ein Glas neun Milligramm Kokain. Ob das Getränk aber wirklich für den medizinischen Zweck erfunden, oder ob Pemberton es nur als Medikament hinstellte um die Verkaufszahlen zu steigern, ist nicht eindeutig belegt.

Ginger Ale hat seinen Namen der Ingwerwurzel zu verdanken. Vom Apotheker Thomas Cantrell erfunden, wurde es zeitgleich mit dem Tonic Water im Jahr 1870 eingeführt. Das Getränk beinhaltete pulverisierte Ingwerwurzeln oder Ingwerextrakt. Wie andere Produkte aus Zingiber officinale ist auch Ginger Ale ein Hausmittelchen gegen Verdauungsbeschwerden und die Reisekrankheit. Auch bei Erkältungen und Halsschmerzen fand das Ale Anwendung. Heutzutage wird der typische Geschmack allerdings nur noch durch Aromen erzielt. Die heilsame Wirkung ist daher eher ein Produkt der Psyche, da nur die Inhaltsstoffe aus der echten Wurzel medizinisch wirken.

Der Almdudler ist eine österreichische Kräuterlimonade. Im Jahre 1957 stand der Name für ein Mixgetränk aus Wein und Limonade. Laut Hersteller besteht die Kräuterlimonade aus 32 natürlichen Alpenkräutern – nicht ungesund also. Als Medikament diente das Erfrischungsgetränk aber nie.