Welcher Künstler schrieb ein Lehrbuch für Vermessungswesen?

a) Albrecht Dürer
b) Leonardo da Vinci
c) Johann Wolfgang von Goethe
d) Alexander von Humboldt

Antwort:

Albrecht Dürer (1471-1528) beschäftigte sich intensiv mit Kartografie und verfasste ein Lehrwerk, in dem er den Entwurf von Gradnetzen und die Anfertigung von Globen behandelt.

Erklärung:

Das vielleicht bekannteste "kartografische" Werk Dürers ist die künstlerische Ausgestaltung der Weltkarte von 1515: Er umrahmte die perspektivisch in Kugelform dargestellte Erde mit Windbläserköpfen, Wappen, einer Widmung an den Fürstbischof von Salzburg und das kaiserliche Druckprivileg. Inwieweit er an der eigentlichen Karte beteiligt war, die den Wissensstand von 1492 wiedergibt und vom kaiserlichen Hofhistoriograf Johannes Stabius (nach 1460-1522) gestaltet wurde, bleibt unklar.

Doch hat er sich intensiv mit dem Thema perspektivischer Darstellungen und Proportionen beschäftigt: So hinterließ er neben seinem malerischen und grafischen Werk zahlreiche kunsttheoretische Schriften, darunter "Unterweysung der Messung mit dem Zirkel und Richtscheyt in Linien, Ebenen und ganzen Körpern" (1525)," Etliche Unterricht zur Befestigung der Stett, Schloss und Flecken" (1527) und "Vier Bücher von menschlicher Proportion" (1528), die erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden.

Leonardo da Vinci (1452-1519) gilt bis heute als naturwissenschaftliches Multitalent und Mitbegründer der experimentellen Untersuchung von Phänomenen. Auch er beschäftige sich in zahlreichen Studien mit Geografie und Kartografie und erstellte beispielsweise eine Karte der Toskana für Cesare Borgia. Viele seiner Erfindungen scheiterten nicht an der prinzipiellen Machbarkeit, sondern den damaligen Möglichkeiten. Es gibt kaum ein Gebiet der Naturwissenschaften und Technik, in dem sich da Vinci nicht versucht hat.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) vertrat als Naturforscher die ganzheitliche Naturbetrachtung – und studierte quer durch alle Disziplinen. Neben seiner berühmten Farbenlehre entwickelte er eine Vorstellung vom Typus einer Urpflanze, etablierte die Mineralogie als eigenständiges Forschungsgebiet (sie gehörte bis dahin zur Physik), befasste sich mit Wolkenbildung und Witterungslehre. Und auch er hinterließ Spuren in der Kartografie: Die Farbgebung geologischer Karten geht auf seinen Vorschlag im Jahr 1826 zurück und wurde 1871 auf der zweiten Geologenversammlung so beschlossen. Ihm zu Ehren wurde das Mineral Nadeleisenerz auf den Namen Goethit getauft.

Man mag ihn mehr als Wissenschaftler denn als Künstler würdigen, doch sind die detaillierten Zeichnungen und Skizzen Alexander von Humboldts (1769-1859) höchst kunstvolle Werke, und die schriftstellerischen Leistungen des Naturforschers füllen Bände. Neben unzähligen Studien rund um die Geografie und Biologie unseres Planeten, bescherte er der Kartografie die erste Isothermenkarte der Erde. Sein "Kosmos – Entwurf einer physischen Weltbeschreibung" gilt als erste echte wissenschaftliche Enzyklopädie der Geografie und Geologie.

Welcher Künstler schrieb ein Lehrbuch für Vermessungswesen?