Welches dieser Säugetiere besitzt einen giftigen Stachel?

a) Gürteltier
b) Schnabeltier
c) Schlitzrüssler
d) Ameisenigel
e) Kurzschwanzspitzmaus

Antwort:

Es gibt zwar mehrere giftige Säugetiere, das Schnabeltier ist jedoch das einzige mit einem Stachel.

Erklärung:

Die Männchen des Schnabeltiers (Ornithorhynchus anatinus) verfügen als einzige Säugetiere über giftige Hornstachel an beiden Hinterfußgelenken. Diese sind mit einer Drüse am Oberschenkel verbunden, deren Gift schon Jagdhunde zur Strecke gebracht hat. Menschen kann das Schnabeltier mit seinem Stachel schmerzhafte Wunden zufügen. Ob der Stachel jedoch primär der Verteidigung dient, ist unklar. Dagegen spricht, dass der Stachel bei den Weibchen zwar angelegt ist, sich aber schon früh im Leben zurückbildet. Er könnte den Männchen einen Vorteil bei der Paarung verschaffen – damit wäre erklärt, warum die Weibchen keinen Giftstachen benötigen. Vielleicht dient das Gift dem männlichen Schnabeltier dazu, Konkurrenten auszustechen. Niemand weiß jedoch, welche Wirkung das für den Mensch so unangenehme Sekret auf Schnabeltiere selbst hat. Möglicherweise wirkt es auf weibliche Schnabeltiere gar nicht giftig, sondern – ganz im Gegenteil – betörend.

Die Ameisenigel (Tachyglossidae) sind, wenn auch für den Laien kaum erkennbar, die nächsten Verwandten des Schnabeltiers. Männliche Ameisenigel haben zwar auch Sporne an den Hinterbeinen, sie sind aber nicht giftig. Bei Gefahr graben sie sich entweder blitzschnell ein oder rollen sich auf festem Untergrund zusammen.

Zum exklusiven Club der giftigen Säugetiere zählt dagegen auch die nordamerikanische Kurzschwanzspitzmaus (Blarina brevicauda). Ihr Gift befindet sich jedoch nicht in einem Stachel, sondern in ihrem Speichel. Dadurch lähmt ihr Biss die Beute, was die Spitzmaus zur Jagd nutzt.

Ähnliches wird auch für die Schlitzrüssler (Solenodontidae) angenommen. Dies sind – oder waren – insektenfressende Säugetiere auf Hispaniola und Kuba. Eingeschleppte Arten wie die Wanderratte und die Katze haben ihren Bestand stark dezimiert. Auf Kuba galten sie bereits als ausgestorben. Umso größer war die Überraschung, als vor einigen Jahren einige Exemplare der Tiere gesichtet wurden. Ob heute noch Schlitzrüssler leben, weiß niemand – und somit bleibt auch ungeklärt, wie die Schlitzrüssler wirklich jagen.

Die Gürteltiere (Dasypodidae) sind zwar in vielerlei Hinsicht einzigartig, giftig ist jedoch keine der 21 bekannten Arten. Zur Verteidigung nutzen sie ihre mit Krallennägeln bewehrten Zehen. Ist das nicht möglich, graben sich ein und krallen sich anschließend in ihrem Loch fest, oder rollen sich an der Erdoberfläche eng zusammen, so dass ihr Panzer sie schützt.
Schnabeltier, Ameisenigel, Schlitzrüssler und Gürteltier
© Spektrum Akademischer Verlag
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernSchnabeltier, Ameisenigel, Schlitzrüssler und Gürteltier
Schnabeltier (links mitte und oben), Ameisenigel (links unten), Schlitzrüssler (rechts mitte und oben) und Gürteltier (rechts unten)

Welches dieser Säugetiere besitzt einen giftigen Stachel?