Wenn sich auf Ihrer Gummibärchentüte der Inhaltsstoff "E 904" findet, handelt es sich um

a) Gold
b) Schellack
c) Chlorophyll
d) Kohle

Antwort:

Die Bezeichnung "E 904" steht für Schellack.

Erklärung:

In China und Indien findet der Schellack schon seit einigen Tausend Jahren Verwendung. Es ist der Lackschildlaus (Coccus lacca) zu verdanken, die sich vom Saft des Lackbaums (Butea monosperma) ernährt und dabei ein rötliches Harz absondert, das bald ganze Äste mit einer Kruste überzieht. Diese Harzschicht wird zweimal im Jahr abgeschabt und ergibt den Stocklack, der gereinigt und aufbereitet als Körnerlack in den Handel kommt. Für ein Kilogramm Schellack müssen einige hunderttausend Läuse ein halbes Jahr lang Harz produzieren.

Mithilfe verschiedener Verfahren ist der Körnerlack schließlich Grundlage für eine Vielzahl von Produkten. Der guten alten Schallplatte gab Schellack sogar ihren Namen. Aber auch die samtig anmutende Lackierung von Klavieren oder Gitarren ist aus Schellack, der pechschwarz, aber auch honigfarben oder farblos sein kann.

Gemäß der langen Liste erlaubter Zusatzstoffe in Lebensmitteln - der "E-Nummern" - verleiht Schellack (E 904) "gewachsten" Apfelsinen, Äpfeln oder Birnen ihren Glanz und überzieht Käse, Nüsse und Kaffeebohnen mit einem glänzend feinen Film. Zudem verhindert Schellack, dass Weingummi und Schokolade aneinander kleben. Auch die Umhüllungen mancher Tabletten bestehen aus dem säureresistenten Schellack. So kann gewährleistet werden, dass sich die Arznei erst im Darm auflöst.

Übrigens ist auch Gold in der Liste enthalten und wird mitunter als Blattgoldüberzug für Pralinen verwendet. Im hochprozentigen Danziger Goldwasser ist "E 175" sogar in Gestalt von Goldflittern enthalten. Der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll (E 140) hingegen färbt neben Kerzen und Kosmetika unter anderem Eis, Limonaden und andere Süßigkeiten. Die Kohle, oder genauer: die Carbo medicinalis vegetabilis (E 153), die auch gegen Durchfall hilft, macht Fruchtsaftkonzentrate und Marmeladen dunkel.