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Wer ist hier ungiftig?

a) Glattnatter
b) Großer Leuchtkäfer
c) Vogelspinne
d) Erdbeerfrosch
e) Seeanemone

Antwort:

Die Glattnatter ist ungiftig.

Erklärung:

Die Glatt- oder Schlingnatter (Coronella austriaca) ist eine kleine, graue, in Süd- und Mitteleuropa verbreitete Schlange von bis zu achtzig Zentimetern Länge. An der Kopfseite zieht sich eine dunkle Binde von der Nase über das Auge zum Mundwinkel bis zum Hals. Ihre variable Rückenzeichnung führt häufig zu Verwechslungen mit der giftigen Kreuzotter (Vipera berus). Im Gegensatz zu dieser Art erlegt die Glattnatter ihre Beute - meist andere Reptilien wie Eidechsen und Blindschleichen - allerdings nicht durch einen giftigen Biss, sondern durch Erwürgen.

Die Bisse der Larven des Großen Leuchtkäfers (Lampyris noctiluca) hingegen haben es in sich - zumindest für diejenigen, die auf ihrem Speiseplan stehen. Luciferine sind es, die den Weibchen zur Paarungszeit ein geheimnisvolles Leuchten verleihen. Nicht weniger teuflisch muten die Jagdmethoden des Nachwuchses an: Mit ihren Tastorganen kommen die Larven dem Schleim von Nackt- und Gehäuseschnecken auf die Spur, die sie schließlich mit spitzen, dolchförmigen Mandibeln über einen Giftbiss töten.

Allein schon wegen ihrer Größe ist die vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitete Vogelspinne (Avicularia avicularia) weithin als gefährliche Giftspinne verschrien. Ihre dichte Behaarung verleiht ihrem Anblick etwas Wölfisches, weshalb sie oft mit den - tatsächlich sehr giftigen - Taranteln in einen Topf geworfen wird. Anders als diese gehört sie aber nicht zur Familie der Wolfsspinnen, und ihr Biss ist nicht bedrohlicher als ein Wespenstich. Viel unangenehmer ist das Verhalten der südamerikanischen Vogelspinne: Fühlt sie sich bedroht, bürstet sie sich Brennhaare vom Hinterleib und schleudert sie ihrem Angreifer entgegen. Vogelspinnenverwandte gibt es sogar in Deutschland: Die Tapezierspinne (Atypus affinis) lebt zurückgezogen in Erdröhren, wo sie ihrer Beute auflauert, um sie anschließend mit ihren Giftklauen zu überwältigen - Menschen stehen allerdings nicht auf ihrem Speiseplan.

Ungeniert tragen Erdbeerfrösche (Dendrobates pumilio) ihre Giftigkeit zur Schau: Mit ihrer abschreckenden Farbenpracht halten sich die kleinen roten Amphibien mit den häufig blauen Beinen, die in Tieflandregenwäldern der Atlantikküste von Ost-Nicaragua bis West-Panama heimisch sind, die meisten Fressfeinden vom Leib. Dabei scheinen sie das Gift nicht einmal selbst zu produzieren, sondern über ihre Nahrung zu sich zu nehmen. Möglicherweise sind es Ameisen der Gattungen Brachymyrmex und Paratrechina, die den Erdbeerfröschen die giftigen Alkaloide liefern.

Ebenso wenig angenehm dürfte die Begegnung mit den Tentakeln einer Seeanemone sein. Ihre Fangarme sind mit einer Vielzahl an Nesselzellen besetzt, die lähmende Gifte enthalten und auf Berührungen äußerst empfindlich reagieren. Werden sie gereizt, schleudern sie mit Giftzellen bestückte Pfeile heraus, die sich mit Widerhaken in die Haut des vermeintlichen Angreifers bohren, um dort ihre tückische Fracht zu entladen. Mit den Tentakeln gefangene Nahrung wird von den Seeanemonen über das Schlundrohr in den Magenraum gezogen und dort anschließend verdaut. Anemonenfische wissen hingegen mit den Abwehrtechniken der Blumentiere umzugehen: Sie sind gegen das Nesselgift immun und nutzen den Schutz der Tentakeln, um sich vor ihren Feinden zu verbergen.
Glattnatter und Kreuzotter
© Axel Kwet
 Bild vergrößern Glattnatter und Kreuzotter
Die giftige Kreuzotter (unteres Bild) wird wegen ihrer variablen Rückenzeichnung häufig mit der ungiftigen Glattnatter (oberes Bild) verwechselt.

Wer ist hier ungiftig?






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