Wer prägte den Begriff "Katalyse"?

a) Bunsen
b) Liebig
c) Ostwald
d) Berzelius

Antwort:

Der schwedische Chemiker Jöns Jacob Freiherr von Berzelius (1779-1848) bezeichnete 1835 eine Gruppe von Reaktionen als Katalyse (griech.: Auflösung), bei denen ein an der Reaktion beteiligter Stoff nicht verbraucht wurde.

Erklärung:

Chemiker stritten sich lange über dieses merkwürdige Phänomen, bis der deutsche Chemiker und Philosoph Wilhelm Ostwald (1853-1932) einen Katalysator definierte als Stoff, der die Geschwindigkeit einer Reaktion erhöht, ohne im Endprodukt aufzutauchen.
Berzelius, Ostwald, Bunsen, Liebig (von links nach rechts)
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(Ausschnitt)
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Berzelius begründete die Elementaranalyse und entdeckte die Elemente Cer (1803), Selen (1817), Lithium (1817, zusammen mit Johan August Arfvedson) und Thorium (1828). Außerdem stellte er erstmals Silicium, Zirkon und Tantal in freier Form dar. 1811 führte er eine chemische Nomenklatur ein, auf die sich die heutige Formel- und Zeichensprache immer noch stützt. Auch die Begriffe "organische Chemie" und "Isomerie" gehen auf ihn zurück.

Wilhelm Ostwald gehört zu den Begründern der physikalischen Chemie, der grundlegende Arbeiten zur Katalyse, Lösungen, Reaktionsgeschwindigkeiten, metastabilen Zuständen, chemischen Gleichgewichten, Elektrochemie, Kolloidchemie und Thermodynamik verfasste. Daneben entwickelte er 1921 eine Farbenlehre (Ostwald-Farbenkreisel) und ein Verfahren zur Herstellung von Salpetersäure aus der Verbrennung von Ammoniak, das so genannte Ostwald-Verfahren. 1909 erhielt er für seine Arbeiten zur Katalyse, chemischen Gleichgewichten und Reaktionsgeschwindigkeiten den Nobelpreis für Chemie.

Den deutschen Chemiker und Physiker Robert Wilhelm Bunsen (1811-1899) kennt heute jeder Schüler mindestens durch den von ihm 1855 entwickelten Bunsenbrenner und - vielleicht weniger bekannt - durch die Wasserstrahlpumpe, die er 1868 erfand. Doch hat der bedeutende Naturforscher eine ganz entscheidende Rolle in der Gründung der technischen Gasanalyse und physikalischen Chemie gespielt. 1841 erfand er das Bunsen-Element, ein galvanisches Kohle-Zink-Element, mit dem er beispielsweise Lithium, Magnesium, Aluminium und Chrom elektrolytisch darstellte. Außerdem konstruierte das Fettfleckphotometer (Bunsen-Photometer) und leistete wichtige Arbeiten im Bereich der Photochemie, die unter anderem im Lichtmengengesetz oder Bunsen-Roscoe-Gesetz mündeten. 1859 entwickelte er den Spektralapparat und begründete mit Kirchhoff die Spektralanalyse, durch welche die beiden Forscher die Elemente Caesium und Rubidium entdeckten. Zur Liste der Erfindungen zählen weiterhin das Eiskalorimeter (1870), ein Dampfkalorimeter (1887) sowie ein einfaches Überdruckventil, das Bunsen-Ventil.

Justus Freiherr von Liebig (1803-1873) leistete wichtige Arbeit auf dem Gebiet der chemischen Analytik, führte unter anderem den Begriff "Neutralisation" ein - und entwickelte den bekannten Liebig-Kühler. Große Verdienste erreichte er in der organischen Chemie; so begründete er dort die Radikalen-Theorie, isolierte und charakterisierte viele organische Verbindungen wie Äpfel-, Milch-, Ameisen- und Benzoesäure, Chloroform, Aceton und Coffein. Außerdem erfand er das Backpulver, charakterisierte die Inhaltsstoffe von Fleischextrakt und entwickelte zusammen mit Max von Pettenkoffer ein industrielles Herstellungsverfahren dafür. Auch im Agrarbereich hat er durch seine Arbeiten zur Bodenchemie sowie zur Nährstoffaufnahme und Nährstoffwirkung in Kulturpflanzen wichtige Beiträge geleistet. Aus den Erkenntnissen von Carl Philipp Sprengel zum Einfluss der Nährstoffverfügbarkeit auf den Ertrag entwickelte er das "Gesetz des Minimums" und führte die mineralische Düngung ein.

Wer prägte den Begriff "Katalyse"?