Wie reagiert ein Koala auf Stress?

Kristin Schneeweiß
a) Er fällt in Ohnmacht
b) Er produziert einen fauligen Geruch
c) Er bekommt Schluckauf
d) Er verliert sein Körperfell
e) Er stirbt

Antwort:

Tatsächlich leiden gestresste Koalas unter Schluckauf.

Erklärung:

Während wir uns gerne mal erschrecken lassen, um einen lästigen Schluckauf loszuwerden, fangen Koalas bei Stress oder Angst überraschenderweise an zu hicksen – und manchmal sogar noch nervös mit den Ohren zu wackeln. Warum sie das tun, ist den Forschern bislang allerdings ein Rätsel. Den Schluckauf können im Prinzip alle Tierarten mit einem Zwerchfell bekommen. Bei jungen Hunden und Katzen ist das Hicksen häufig zu beobachten, wobei hier wahrscheinlich ausschlaggebend ist, dass sie ihr Futter zu schnell herunterschlingen. Dass die Koalas zudem mit ihren Ohren wackeln, könnte eventuell eine einfache Übersprunghandlung sein.

Für einen Baumbewohner wie den Koala wäre es allerdings ausgesprochen ungeschickt, in stressigen Situationen plötzlich das Bewusstsein zu verlieren und womöglich abzustürzen. Anders aber die amerikanische Hausziegenrasse "Tennessee Fainting Goat": sie fällt vor Schreck in einen spektakulären Ohnmachts-ähnlichen Zustand, eine Schreckstarre. Dabei verkrampfen sich ihre Muskeln so abrupt, dass sie sogar mitten im wildesten Lauf ganz plötzlich umfällt. Alle Viere von sich gestreckt, bleibt sie für etwa zehn Sekunden regungslos am Boden liegen. Und diese wenigen Schreck-Sekunden können sie im Extremfall wirklich das Leben kosten, da sie ihrem Feind hilflos ausgeliefert ist. Anders als beispielsweise bei manchen Insekten ist die Schreckstarre bei der nur halb gelungenen Zuchtrasse kein Schutzmechanismus, sondern wird durch eine vererbte Muskelkrankheit ausgelöst.

Statt hilflos zu erstarren, setzt der tasmanische Teufel auf Gegenwehr: Mit seinem fauligen Geruch versucht er seine Feinde abzuschrecken. Ein Stresshormon in seinem Körper scheint dafür verantwortlich, ihn ähnlich intensiv duften zu lassen wie ein Stinktier.

Der neuseeländische Kiwi bedient sich dagegen einer ganz anderen Strategie: Er macht sich nackig wenn er Angst hat. Auch der Vogel produziert, wenn er angegriffen wird, Stresshormone – hier nun sorgen sie aber für eine Art Schockmauser, bei der er schlagartig alle seine Federn verliert. Seinen Angreifer könnte das im Idealfall verwirren, davonfliegen könnte der Kiwi – auch wenn er es wollte – aber ohnehin nicht, denn seine kleinen Stummelflügel sind dafür gänzlich ungeeignet.

Für australische Breitfuß-Beutelmausmänner endet Stress sogar tödlich: Direkt vor oder während der einmalig im Leben stattfindenden Fortpflanzung steigt der Stresspegel und die Menge der dabei ausgeschütteten Hormone in den männlichen Tieren so hoch, dass das Immunsystem abgeschwächt wird und schließlich sogar komplett zusammenbricht. Gefährliche Krankheitserreger haben dann leichtes Spiel: Jedes Jahr ist nun ein synchrones Männermäuse-Massensterben zu beobachten.

Wie reagiert ein Koala auf Stress?