Wo liegt der trockenste Ort der Erde?

Sandra Czaja
Dünen in der Wüste
© fotolia / forcdan
(Ausschnitt)
a) Afrika
b) Australien
c) Antarktis
d) Chile
e) Zentralasien

Antwort:

Nicht die ganze Antarktis ist mit Schnee und Eis bedeckt, ein kleiner Teil sieht niemals Wasser: die antarktischen Trockentäler.

Erklärung:

Auch wenn die Antarktis gemeinhin als kalt, unwirtlich und schnee- und eisbedeckt gilt, ist zumindest letzteres nicht überall der Fall: Manche antarktischen Trockentäler sind seit Millionen Jahren eisfrei. Bis heute fällt dort weder Schnee noch Hagel oder sonstiger Niederschlag. Eisige Winde beherrschen die Szenerie, die mit Geschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde über das Land fegen und zu Temperaturen unter minus 50 Grad Celsius führen.

Insgesamt erstrecken sich die Trockentäler über eine Fläche von 4900 Quadratkilometern und machen damit zwei Prozent der Gesamtantarktis aus. Die Böden sind nicht nur kalt und trocken, sondern auch extrem salzig. Trotzdem gelingt es einigen Mikroorganismen, in diesen unwirtlichen Bedingungen zu wachsen und gedeihen. Und auch die NASA interessiert sich für die Täler, denn die dortigen Bedingungen sind denen auf dem Mars so ähnlich, dass sie in dieser einzigartigen Umgebung zum Beispiel ihre Viking-Missionen zum roten Planeten testeten.

Auch manche Flecken in der chilenischen Atacamawüste sollen seit Jahrhunderten kein Wasser gesehen haben. Insgesamt gesehen fällt dort im Jahr durchschnittlich 0,1 Millimeter Regen. Ursache des Feuchtigkeitsmangels ist die unmittelbare Umgebung der Wüste: Im Osten verhindern die Anden, dass Wolken die Wüste erreichen – sie regnen sich bereits auf der argentinischen und bolivianischen Seite der Hochgebirgskette ab. Im Westen sorgt der kalte Humboldtstrom vor der Küste dafür, dass heranziehende feuchte und warme Luftmassen des Pazifiks sich abkühlen, dadurch absinken und kondensieren – und somit das für Regenwolken notwendige Aufsteigen der Luft verhindern. Die sich bildenden Nebel erreichen zwar das Festland, versorgen jedoch nur die höher gelegenen, meeresnahen Zonen der Küstenwüste mit Feuchtigkeit. Die bodennahe Luft hingegen erwärmt sich stark über der heißen Landoberfläche, wodurch ihre relative Feuchtigkeit weiter sinkt. Nur wenn der Humboldtstrom alle sechs bis zehn Jahre sich während eines El-Niño-Ereignisses abschwächt, überfluten heftige Niederschläge die Wüste, und sie erblüht für kurze Zeit.

Die in Afrika liegende Sahara gilt als die größte Trockenwüste der Erde. Die durchschnittlich 25 bis 45 Millimeter Niederschlag im Jahr sind jedoch immer noch zu wenig für eine ausgedehnte Pflanzenwelt. Dafür weist sie extremste Temperaturschwankungen auf – tagsüber im Sommer bis zu 60 Grad Celsius, nachts im Winter mancherorts nur noch minus zehn Grad.

Die australischen Wüsten sind nach der Sahara und der Antarktis das drittgrößte Wüstengebiet der Welt. Bestehend aus mehreren abgegrenzten Gebieten ist die Viktoria-Wüste im Südwesten des Kontinents die größte. Mit 150 bis 250 Millimeter fällt hier sogar vergleichsweise viel Regen im Jahresdurchschnitt.

Bei der Wüste Gobi in Zentralasien handelt es sich genau genommen nur um eine Halbwüste, in der mehr als 200 Millimeter Regen im Jahr fällt. Karge Dünen machen lediglich drei Prozent der Fläche aus. Der überwiegende Rest ist eine Wüstensteppe, mit Graslandschaften, einigen – wenn auch salzigen – Seen, vielen kahlen Felsen und an die Bedingungen angepassten Sträuchern. Zur Zeit der Dinosaurier war das Gebiet allerdings noch wesentlich feuchter und dadurch üppiger bewachsen, so dass Paläontologen dort reichlich fossile Saurier-Überreste fanden.
Dünen in der Wüste

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