Worin versteckt sich das stärkste Gift?

a) Verdorbene Konservennahrung
b) Grüner Knollenblätterpilz
c) Japanischer Kugelfisch
d) Gift der Kobra

Antwort:

Das stärkste Gift findet sich in verdorbener Konservennahrung.

Erklärung:

Botulismus – so heißt die schwere Lebensmittelvergiftung, ausgelöst durch das Botulinus-Toxin. Werden Konserven nur unzureichend sterilisiert oder Fleisch mangelhaft geräuchert, produziert das Bakterium Clostridium botulinum dieses Gift unter Luftabschluss – und das hat es wahrlich in sich: Bereits ein bis zwei Mikrogramm davon, das heißt wenige Millionstel Gramm, können einen Menschen töten. Die mittlere letale Dosis – also die Giftmenge, bei der die Hälfte der Versuchstiere stirbt – beträgt 0,03 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Auf Platz 2 unserer Rangliste folgt das Cobratoxin, das die Brillenschlange Naja naja in ihren Giftdrüsen produziert. Mit seiner mittleren letalen Dosis von 0,3 Mikrogramm pro Kilogramm vermögen circa 20 Mikrogramm dieses Toxins einen Erwachsenen umzubringen. Schätzungen zufolge sterben 30 000 bis 40 000 Menschen jährlich an Schlangenbissen.

Der Brillenschlange schließt sich der Kugelfisch – der Fugu (Tetraodon) – an, welcher in Japan als Delikatesse gilt. Seinen besonderen Reiz hat der Verzehr dieses Fisches dadurch, dass er ein von Bakterien produziertes Gift enthält. Da dieses so genannte Tetrodotoxin in besonders hohen Konzentrationen in der Leber und den Eierstöcken vorkommt, müssen die Fugu-Köche beim Entfernen dieser Organe höchste Vorsicht walten lassen: Wenn beim Ausnehmen der Leber auch nur ein Tropfen des Giftes mit dem übrigen Fisch in Verbindung kommt, kann es sich leicht um die letzte Mahlzeit handeln. Es spricht für sich, dass die Gesellenprüfung der angehenden Köche im Verzehr des selbst zubereiteten Fugus besteht. Schon ein Milligramm kann ausreichen, um einen Menschen zu töten; das entspricht einer mittleren letalen Dosis von 0,01 Milligramm pro Kilogramm.

Und schließlich sind da noch die Knollenblätterpilze, die aufgrund von Verwechselungen schon häufig schwere Vergiftungen verursacht haben. In Deutschland haben sich in den letzten Jahren verstärkt Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion damit vergiftet, wo anscheinend giftarme oder -freie Varietäten des Pilzes gegessen werden. Schon 30 Gramm des Grünen Knollenblätterpilzes Amanita phalloides können zu tödlichen Vergiftungen führen. Das darin enthaltene gamma-Amanitin weist eine letale Dosis von 0,1 mg pro Kilogramm Körpergewicht auf.

Verglichen mit diesen Giften wirkt das in klassischen Krimis beliebte Arsen – gemeint ist Arsenik, ein Arsenoxid – direkt harmlos: 100 Milligramm der Verbindung sind nötig, um die reiche Erbtante um die Ecke zu bringen. Und auch Cyankali, das man in kleinen Mengen in bitteren Mandeln findet, kann mit Kugelfisch & Co nicht konkurrieren: Erst 50 Milligramm können einen erwachsenen Menschen in Jenseits befördern.

Worin versteckt sich das stärkste Gift?