Wozu fütterten die Inder ihre Kühe einst mit Mangoblättern, um sodann den Urin der Tiere zu verdampfen?

a) Pigment
b) Gewürz
c) Wundsalbe
d) Tee
e) Moskitoabwehr

Antwort:

Aus dem eingedampften Urin wurde das Pigment Indischgelb gewonnen.

Erklärung:

Indischgelb wird in Persien und Indien schon seit dem 15. Jahrhundert verwendet, europäische Maler entdeckten das leuchtend gelbe Pigment hingegen erst Mitte des 18. Jahrhunderts. Es ist ungemein beständig, von unvergleichlicher Schönheit und bis heute nicht in industriellem Maßstab herstellbar.

Ursprünglich wurde Indischgelb aus dem Urin indischer Kühe gewonnen, die zuvor mit Mangoblättern gefüttert wurden und anschließend längere Zeit dursten mussten. Nach dem Verdampfen des Urins entstand sodann ein gelblich-brauner, ziemlich streng riechender Rückstand, der Purrée oder Piruri genannt wurde und in Gestalt gepresster Kugeln in den Handel kam. Da die Prozedur die Kühe belastet, ist die Herstellung echten Indischgelbs seit Anfang des 20. Jahrhunderts verboten.

Seither ist es nicht gelungen, den organischen Farbstoff - es handelt sich dabei um das Magnesiumsalz der Euxanthinsäure - in großen Mengen herzustellen. Aus diesem Grund besteht Indischgelb heute meist aus anderen Verbindungen.