Georg Glaeser und Konrad Polthier ist mit "Bilder der Mathematik" ein Buch gelungen, das man gerne öfters zur Hand nehmen wird – zumal die Bebilderung (unterstützt durch Computer-Software) und die begleitenden Texte zu den Grafiken hervorragend sind. Auf rund 300 Seiten finden sich mathematisch-künstlerische Aspekte zu Themen wie Geometrie in der Ebene, Formeln und Zahlen, Kurven und Knoten, Geometrie und Topologie von Flächen, Minimalflächen und Seifenblasen, bewegliche Formen, fraktale Mengen oder Formen und Verfahren in Natur und Technik

Die abgedruckten Aufgaben und Grafiken überraschen bei jedem Umblättern: Es wurde wirklich großartige Arbeit geleistet. Die Farbgebung ist nicht aufdringlich, aber dennoch sehr deutlich, die Literaturhinweise auf den Seitenunterkanten sind klar, einfach zu finden und oftmals mit Internet-Angaben zum Weitersuchen versehen. Den Autoren ist es geglückt die Balance zwischen Neugier und vollständiger Wissensvermittlung zu finden. Viele Informationen, Kapitel und Kurvendarstellungen waren mir neu – und werden sicher auch viele andere Leser begeistern. Dazu gehört auch der von den Autoren eingeführte Schinkenbrotsatz, der eine Extraerwähnung für die gelungene Namensgebung bekommt.

Nur manchmal wünschte ich mir ein wenig mehr erklärenden Text, bin mir aber bewusst, dass die Erfüllung dieses Wunsches Sinn und Gestalt des "Bilderbuches" verändern würde. "Bilder der Mathematik" ist ein Buch für alle Liebhaber der Mathematik und auch generell für alle Menschen die Eleganz und Schönheit lieben. Vor 30 Jahren, als ich mit dem Studium der Mathematik begann, träumte ich manchmal von diesen Kurven und Figuren: Georg Glaeser und Konrad Polthier haben sie attraktiv umgesetzt.

Durch die beigefügten Hinweise sind viele dieser Figuren auch interaktiv im Internet zu finden, wo man sie selbst verändern kann. Wenn man einmal damit anfängt, könnte man Stunden vor dem Bildschirm verbringen. Dieses Buch darf man gerne verschenken – auch an sich selbst!