Im Zuge des Klimawandels erwärmen sich die Polregionen im Vergleich zum Rest des Planeten überdurchschnittlich stark. Das hat Auswirkungen auf die polaren Eisschilde. Auf dem antarktischen Kontinent lassen, oberflächlich betrachtet, zunehmende Niederschläge die Eismassen zwar anwachsen. Wie das Video von ScienceAtNASA zeigt, sieht es unter der Oberfläche aber ganz anders aus.

Hochinformativ, mit vielen Animationen und visualisierten Messdaten unterlegt, bringt der kurze Film das Problem auf den Punkt. Strömungen des wärmer werdenden südlichen Ozeans greifen die Gletscher Westantarktikas an ihrer Basis an. Viele von ihnen ruhen nämlich nicht vollständig auf festem Land, sondern erstrecken sich weit darüber hinaus in die Küstengewässer – das warme Wasser strömt also von unten an sie heran.

Eric Rignot, Eisforscher am Jet Propulsion Laboratory der NASA sowie an der University of California, Irvine, fand gemeinsam mit Kollegen heraus, dass diese Unterströmungen messbare Folgen haben. Die Linie, bis zu der die betroffenen Gletscher noch direkt auf dem Kontinent aufliegen, werden durch sie unaufhaltsam landeinwärts verschoben und unterminieren so die Stabilität des gesamten marinen Eisschilds.

Rignots Studie zufolge, die im Mai 2014 im Wissenschaftsfachblatt Nature erschien, kam es dabei bereits zu Rückkopplungseffekten, welche die Gletscherschmelze inzwischen unumkehrbar gemacht haben. Das Eisschild enthält genug Wasser, um im Fall seines Schmelzens in den kommenden Jahrhunderten für mehr als einen Meter Meeresspiegelanstieg zu sorgen.