Eine bei Mond­schein fotogra­fier­te Land­schaft ist bei hinreichend langer Belichtungszeit nicht von einer bei Sonnenschein gewonnenen Aufnahme zu unterscheiden, weil die Farbe des Mondlichts nur unerheblich von jener der Sonne abweicht. Nur die Sterne am Himmel beweisen, dass eine bei Mondschein erhaltene Auf­nahme nicht am Tag entstanden sein kann. Der Kontrast zwischen der Hellig­keit des Himmels und jener der Sterne ist bei Mondschein viel kleiner als am Tag. Folglich können auf einer Fotografie eines Nachthimmels bei Mondschein viele Sterne sichtbar werden. Je schwächer das Mondlicht ist, umso deutlicher treten die Sterne im Ver­gleich zur irdischen Landschaft in Erscheinung. Bild 1 zeigt eine Land­schaft im Mondschein, die am 30. November 1998 gegen 0 Uhr UT auf Teneriffa aufgenommen wur­de. Drei Tage zuvor befand sich der Mond im ersten Viertel, das Mondlicht war also schon ziemlich intensiv. Der Himmel ist blau wie am Tag, und nur die kurzen Strichspuren der Sterne zeigen, dass diese Aufnahme zu nächtlicher Stunde entstand.

Bild 1: Teneriffa im Mondschein
© Michael Dumsch
(Ausschnitt)
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Auf Teneriffa entstand dieses Bild bei Mond­schein am 30. November 1998. Rechts am Horizont geht Kano­pus auf, über der Bild­mitte ist der Große Hund zu se­hen und zu seiner Linken Pro­kyon im Kleinen Hund.

Ganz anders ist die Landschaft in Bild 2 beleuchtet. Das Bild entstand in Namibia am 30. Mai 1998, drei Tage vor dem ersten Viertel des Mondes. Das Mondlicht ist noch schwach genug, um die südliche Milch­straße nahezu so zu zeigen, wie sie ganz ohne Mondlicht zu sehen gewesen wäre. An­de­rer­seits reicht die Helligkeit der Mond­­sichel gerade aus, um die Land­schaft im Vordergrund deutlich sichtbar werden zu lassen.

Bild 2: Die südliche Milchstraße über Namibia
© Wol­f­gang Sorgenfrey
(Ausschnitt)
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So wirkte die südliche Milch­stra­ße über der namibischen Steppenlandschaft bei der Farm Oko­mitundu am 30. Mai 1998. Die beiden hellen Sterne sind Alpha und Beta Centauri (Bild: Wol­f­gang Sorgenfrey).

Völlig andere Motive ergeben sich, wenn die schmale Mondsichel am Abend- oder Morgenhimmel sichtbar ist, möglichst in Begleitung eines hellen Planeten! Die besten Beobachtungsbedingun­gen sehr schmaler zunehmender Mond­sicheln und des Erdscheins auf dem Mond ergeben sich zu Frühlingsanfang. Die 31,9 Stunden alte Mondsichel am 18. April 2007 ist im Bild 3 zu sehen.

Bild 3: Eine junge Mondsichel
© Jürgen Michelberger
(Ausschnitt)
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Die 31,9 Stunden alte zunehmende Mondsichel wurde am 18. April 2007 mit einer Canon EOS400D bei ISO 1600 aufgenommen und drei Sekunden lang belichtet.

Aber auch der aufgehende Vollmond ist fotogen, besonders dann, wenn er inmitten (oder in der Nähe) des Erdschat­tens aufgeht. Be­findet man sich auf einem hohen Berg, kann man den aufgehenden Voll­mond über dem Schatten dieses Bergs sehen.