Mimese: Wo sitzt der Vogel?

Am Boden brütende Vögel sind darauf angewiesen, dass sie nur schwer aufgestöbert werden können. Dabei suchen sie sich den individuell besten Nistplatz aus.
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Pfeifnachtschwalbe
© Project Nightjar
(Ausschnitt)
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Haben Sie den Vogel entdeckt? Oder mussten Sie zweimal hinsehen? Für bodenbrütende Vögel wie die Pfeifnachtschwalbe (Caprimulgus pectoralis) aus der afrikanischen Savanne ist es überlebenswichtig, von Fressfeinden übersehen zu werden. Ihr Gefieder ist deshalb perfekt an den Untergrund angepasst. Doch es gibt individuelle Unterschiede - und diese sorgen dafür, dass die Tiere auch den jeweils am besten auf ihr Federkleid abgestimmten Nistplatz aussuchen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Martin Stevens von der University of Exeter und seinem Team in "Nature Evolution und Ecology", in der die Biologen neun sehr gut getarnte Vogelarten aus verschiedenen Familien untersucht haben. Demnach wählen die einzelnen Tiere jeweils den Platz aus, der am besten zu ihnen passt. Ihnen ist also bewusst, wie sie gefärbt und gemustert sind, und sie stimmen dies mit dem ausgesuchten Standort ab. Das Ziel ist eine möglichst perfekte Tarnung. Unklar sei aber noch, wie ihnen das gelingt, woher sie das "Wissen" haben, wie sie exakt aussehen. Die Tiere achteten übrigens auch darauf, dass sie möglichst aus verschiedenen Distanzen optimal mit der Umgebung verschmelzen.