Gehirn und Geist 4/2014
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Kaffee gehört zu den wissenschaftlich am besten untersuchten Lebensmitteln überhaupt. Jedes Jahr beschäftigen sich hunderte von Studien mit seiner Wirkung auf den Körper. Verantwortlich für den aufputschenden Effekt ivon Kaffee ist das Koffein. Doch der Organismus scheint sich an regelmäßige Dosen zu gewöhnen: Ob wir durch eine ständige Koffeinzufuhr dauerhaft wacher sind, ist daher fraglich.

Schadet Kaffee nicht der Gesundheit? Ein Forscherteam aus Potsdam um Anna Flögel erhob neun Jahre lang die Ernährungsgewohnheiten von über 40.000 Männern und Frauen. Rege Kaffeetrinker zeigten dabei kein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden oder an Krebs zu erkranken. Im Gegenteil: Das Bohnengetränk scheint vor Altersdiabetes, Morbus Parkinson und Alzheimerdemenz zu schützen. Warum das so ist, wird derzeit intensiv erforscht. Möglicherweise sind im Kaffee enthaltene Antioxidantien dafür verantwortlich. Sie wirken als Radikalfänger im Körper und machen gefährliche Stoffwechselprodukte unschädlich.

Bei manchen Personen kann das Getränk jedoch Ängstlichkeit und nervöse Unruhe verstärken. Der britische Forscher Peter Rogers rät daher, vor Prüfungen auf Koffein zu verzichten. Auch Personen, die schlecht einschlafen können, sollten eventuell am Nachmittag und Abend keinen Kaffee mehr konsumieren.

Wer gerne Kaffee trinkt und ihn gut verträgt, so die Ernährungswissenschaftlerin Flögel, solle dies jedoch ruhig tun. Ein schlechtes Gewissen beim Genuss von Cappuccino, Espresso und Co. ist nicht angebracht: Studien widerlegen das Vorurteil vom ungesunden Kaffee.