Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Vielen Dank

    05.09.2016, Bernhard Stettner
    Diesen Artikel zur Technik-Geschichte habe ich mit großem Interesse gelesen. Ich wurde dadurch in alte Zeiten zurückversetzt und daran erinnert, dass ich zu Beginn meiner Berufstätigkeit (in den 60er Jahren!) gelegentlich noch mit alten Rechenmaschinen gerechnet habe, die offenbar auf den Prinzipien der Leibniz’schen Entwürfe beruhten. Bei einigen musste man noch mit der Hand kurbeln (und die Umdrehungen selber mitzählen), und bei Multiplikationen musste ich die Stellen-Verschiebungen selber aktiv “von Hand” durchführen. Es gab aber auch sehr komfortable Ausführungen, wo alles “automatisch” mit Elektromotoren ablief.

    Ich war also grundsätzlich schon etwas mit der Funktionsweise solcher Maschinen vertraut, als ich den Artikel las. Allerdings hatte ich mir damals keine großen Gedanken gemacht, wie denn z. B. der Zehnerübergang genau funktionierte. Diese Kenntnis verdanke ich nun dem Artikel, und ich kann nur mit staunender Bewunderung auf die geniale Lösung hinschauen, die G. W. Leibniz hierfür gefunden hat.

    Vielen Dank für diesen anschaulichen und lehrreichen Artikel!
  • Die ZEIT!

    05.09.2016, Walter Weiss
    Mutationen, die vielleicht evolutionäre Schritte oder gar Sprünge in Richtung besserer Anpassung an die Umwelt darstellen, gibt es mit Sicherheit - schließlich leben wir ja nicht in der Tiefsee, wo mutagene Faktoren praktisch ausgeschlossen sind, sondern im Gegenteil in einer modernen Umwelt, die zusätzlich zu den natürlichen zahllose, auch schärfere Mutagene enthält.

    Aber: damit eine 'günstige' Mutation sichtbar wird, muß in der gerade beim Menschen sehr zeitaufwendigen Geschlechterfolge die Anzahl der Individuen mit dieser neuen Eigenschaft gegenüber der Anzahl ohne sie zunehmen - sonst versinkt die gute neue Eigenschaft im milliardenfachen Genpool der Menschheit. Mit anderen Worten: es braucht sehr viel Zeit, damit sich die günstige Mutation durchsetzen kann, und wegen der inzwischen ungeheuren Menge an Menschen wird selbst eine grundsätzliche Durchsetzung praktisch nichts bewirken.

    Ist in einer übersehbar kleinen Gruppe von Menschen bei einem Individuum die Malariaresistenz als Mutation aufgetreten, kann sie sich höchstwahrscheinlich bald durchsetzen - lebt der eine Mensch aber in einer Millionenstadt, wird aus der Verbreitung der guten Eigenschaft wohl kaum etwas.

    Außerdem hat unser Haupt-Erfolgs-Organ, das Gehirn, ja offenbar schon vor mindestens 500.000 Jahren die Fähigkeit entwickelt, mit sich ändernden Umgebungen sehr schnell erfolgreich fertig zu werden - demgegenüber ist kaum noch eine Steigerung denkbar, sodass der Selektionsdruck schlicht fehlt. Ebenfalls hat der Mensch seit sehr langer Zeit Erfahrungen und Kenntnisse, auch Einzelner, gesammelt und überliefert - auch dies mindert den Selektionsdruck beträchtlich. Wir brauchen einfach keine Verbesserung der Eigenschaften unseres Gehirns mehr.

    Soweit die Epigenetik (deren Funktionieren wohl immer noch nicht ganz verstanden ist) ins Spiel gestellt wird, ist die Einschaltbarkeit, die hauptsächliche Eigenschaft der Epigenetik, offenbar auch nichts weiter als eine genetisch verankerte Eigenschaft...
  • Völlig unbelegte Zweckbehauptung

    05.09.2016, L.schaber
    Zu folgendem Zitat aus der Rezension:
    "Und man kann ihm zugutehalten, dass seit der Aufklärung das Wirken des Bösen in der Welt nicht ab-, sondern eher zugenommen hat. Gerade in der vermeintlich so aufgeklärten Moderne ist das Böse – etwa Hitler mit seiner ungebrochenen Faszination, dem der Autor ein Kapitel widmet – in kaum noch zu überbietender Weise präsent..."

    Dass seit der Aufklärung "das Böse" nicht ab-, sondern zugenommen habe, gehört zu den jahrhundertealten Propagandabehauptungen der religiös- Antiliberalen "Reaktion." Zunächst von Seiten der vatikanischen Gegenaufklärung und heute auch aus den Reihen der Evangelikalen aller Schattierungen. Dass das voraufgeklärte Böse trotz Aufklärung nicht abgenommen hat, erklärt sich allein schon dadurch, dass die aufklärerische Vernunft und ein mit ihr oftmals verbunderner Humanismus nicht auf ganzer Linie gesiegt haben, sondern dass es nach langen Kämpfen in Europa lediglich zu einr Art von Waffenstillstand mit der antiliberalen "Reaktion" gekommen ist. Thron und Altar herrschten hierzulande bekanntlich (mindestens) bis 1918.

    Und es ist ein seit 1945 verbreitetes Märchen, dass das "hitlersche" Böse durch den ontologischen oder mittelalterlich schwefelhaltigen "Gottseibeiuns" über die vorher so reinen Deutschen gekommen sei. (Praktisch wars aber schon, denn damit war man nämlich fast von jeder möglichen Schuld befreit.) Tatsache ist aber, dass Hitler lediglich den schon seit fast hundert Jahren (Kolonialismus) vorhandenen (nicht nur britischen) sozialdarwinistisch- biologischen und vor allem christlich -antijudaistischen Rasssismus zu einer weiteren Blüte verholfen hat. Und daran ist gar nichts teuflisch, sondern es ist alte menschliche Tradition, Mitmenschen zur Duchsetzung eigener Machtinteressen mit menschenfeindlichen Ideologien zu infizieren. Neben den Religionen trifft das natürlich vor allem auch auf die meisten Schattierungen des Nationalismus zu.

    Eine solche Betrachtungsweise "relativiert" überhaupt nichts und verharmlost auch keine Schuld. Den nur eine unideologische unvoreingenommen- faktische Betrachtung der Vergangenheit kann zukünftiges "Böses" nachhaltig verhindern.
  • Faszinierendes Thema!

    05.09.2016, Jim Knopf
    Unsere Familie ist häufig umgezogen, die ersten 9 Lebensjahre 4x. Möglicherweise begünstigen diese Umgebungsschnitte ein Erinnern, weil der Überlagerungseffekt nicht zu stark werden kann. Das neue Kinderzimmer z.B. schützt die früheren Erinnerungen an das alte. Dennoch habe ich nur ziemlich isolierte Situationen abrufbar als z.B. 3-Jähriger. Etwa eine verstaubte Ernie-Fingerpuppe auf der Treppe zum Keller. Oder der letzte Legoklotz auf das Dach meiner Wunschvilla. Krokusse & Schneeglöckchen im Garten. Ich weiß, diese Details sind überflüssig. Aber vielleicht auch nicht.
  • Bewährte Methode

    05.09.2016, Elvenpath
    Der Buchautor benutzt eine seit Jahrtausenden bewährte Methode: FUD.
    Fear, uncertaintify and doubt. Angst, Unsicherheit und Zweifel sähen. Schon immer haben Priester diese Methode genutzt. "Wenn ihr nicht an unseren Gott glaubt, wird es ganz, ganz schlimm enden." Blablabla ...
  • Gängige Praxis auch anderswo

    04.09.2016, Robert Orso
    Selbstverständlich sind diese Texte absichtlich so formuliert dass sie ganz bestimmt niemand lesen will und auch am besten keiner verstehen soll. Die wirklich wichtigen Dinge werden in Nebensätzen im hinteren Drittel versteckt.

    Das ist aber nicht nur bei AGBs und Datenschutzerklärungen so, sondern genauso bei Gesetzesvorlagen die gerne mal Im Bündel zur Abstimmung kommen und häufig ein paar ungeliebte Tretminen versteckt haben, die man bei der Gelegenheit gerne ungesehen durchwinken will.

    Oder man produziert tausende Seiten dicke Vertragswerke die man nicht einmal lesen könnte, wenn man das dürfte - aber abnicken muss, wie bei CETA oder TTIP. Nicht nur Internet Nutzer werden mit Scheininformationen in die Irre geführt. Mit unseren gewählten Volksvertretern ist's genauso.

    Vor vielen Jahren hielt ich ein einziges mal einen Software Lizenzvertrag (für TurboPascal) in Händen, der auf einer einseitigen A5 Seite in gut lesbarer Schrift alles wesentliche beinhaltet hat. In einer Form die unmissverständlich und klar war. Das komplette Gegenteil von beispielsweise eines aktuellen Microsoft "End User License Agreement".
  • Synchrones Terraforming Venus - Mars

    04.09.2016, Konrad Marek
    Ist es vorstellbar, oder zu unmöglich, dass eine zukünftige Space-Civilisation(zSC), (mit Hilfe von Fusionsenergie), 50% des CO2 der Venus aufsammelt , zum Mars transportiert und dort ablässt? Im Zeitraum von vielleicht 90 000 Erdjahren. Es wäre schön dieses unseres Sonnensystem mit drei bewohnbaren Planeten zu formen! Auch je ein künstliches, planetares Magnetfeld sollte für eine derart technisch entwickelte zSC machbar sein.
  • Schneller als mit Lichtgeschwindigkeit?

    04.09.2016, Heinrich Backhaus
    Auf Seite 14 schreiben Sie im Text: "In etwa einer Billion Jahren wird unsere Milchstraße mit ihren unmittelbaren Nachbarn eine einzige, elliptische Galaxie gebildet haben. Alle anderen Galaxien entfernen sich unterdessen schneller als mit Lichtgeschwindigkeit von einander, so dass keine von ihnen mehr von hier aus wahrzunehmen sein wird.
    - Ist Ihnen hier ein Textfehler unterlaufen, oder gibt es in ferner Zukunft doch etwas, das schneller als Licht ist?
    Antwort der Redaktion:
    Die zeitliche Änderung der Entfernung zwischen zwei Punkten kann durchaus größer sein als c. Es handelt sich hierbei ja nicht um eine lokale Geschwindigkeit durch den Raum, sondern es dehnt sich der ganze Raum selbst aus.
  • Ein geistiger Zwitter

    04.09.2016, L.Schaber
    Herr Strasser kann oder will sich offensichtlich nicht entscheiden, ob er naturalistisch bzw. naturwissenschaftlich und rational-kritisch oder etwas verschwurbelt philosophisch- ontologisch denken soll. Ich kann das verstehen, da sein Sujet die Moral ist. Und für diese ehebt, gerade auch in Österreich, der Katholizismus einen Hegemonialanspruch. Es ist deshalb äußerst geschickt, theologische Interessen nicht direkt, sonder über den Umweg einer etwas sehr unklaren angeblich philosophischen "Ontologie" zubedienen. Denn als staatlich alimentierter Wissenschaftsprofessor darf man das ja (eigentlich) nicht direkt. Aber man versteht das oben dann schon richtig. Kostproben dazu kann man in der Tat in den beiden Links der Redaktion finden.

    Könnte mir jemand eventuell für das erste Zitat eine verständliche Übersetzung liefern? Aber vielleicht soll es auch einfach nur heißen, dass Strasser "einen Primat des Geistes verteidigt, aber selbst nicht daran glauben will, weil sein "wissenschaftlicher" Denkbereich ihm sagt, dass das Unsinn sei.

    Beispiel:
    "....Den dehumanisierenden Zug der Moderne erblickt Strasser in einer zunehmenden Immanenzverdichtung (Stichwort unter "Literatur"), welche das Über-uns-selbst-Hinaussein, das sich in den verschiedenen Dimensionen des ontologischen Überschusses manifestiert, als irrational anprangert. Deshalb verteidigt Strasser einen Primat des Geistes, räumt aber ein, dass sich dieser nicht positiv darstellen lässt – etwa in Form einer "alternativen" wissenschaftlichen Theorie.[3]
    (Zitatende)

    Ich verzichte der Kürze wegen auf weitere ähnlich kritisierbare Zitate, kann dies aber gerne nachholen. Besonders was seine "sozialkritischen" Ausführungen angeht.
    Den Naturalismus als Steigbügelhalter eines kapitalistischen Egoliberalismus zu denunzieren, ist schon ein starkes Stück.
  • @bruno

    04.09.2016, Alex
    Bitte nicht mehr so "schulisch" denken und handeln. Erwachsene können sehr wohl selbständig und individuell verschieden Artikel oder Beiträge schreiben. Das zu akzeptieren bewahrt vor solchen verbalen Entgleisungen (einfach gesagt: locker bleiben). Oberlehrer braucht man außerhalb der Schule nicht mehr.
  • Es geht (fast) immer um ihre Psychopathie und unseren Narzissmus

    04.09.2016, Thomas Binder
    Auch 17 Jahre nach Robert D. Hares populärer Publikation seiner Forschungsergebnisse über Psychopathie lassen wir uns von Psychopathen und von ihnen verblendeten oder gekauften empathischen Menschen immer noch einreden, das "Gute" und das "Böse" wären in allen Menschen vorhanden, in etwa gleich verteilt und wäre die ewige Herrschaft einer kleinen "Elite" der gefährlichsten Psychopathen in der von ihnen erfundenen auf nichts als Mythen und ihrem schwerstgradig pathologischen Menschenbild des Homo oeconomicus sive psychopathicus basierenden Religion des asozialen Neoliberalismus aka asozialen Narzissmus alternativlos. Dabei kann ein empathischer Mensch andere Menschen nur quälen, missbrauchen oder sogar umbringen wenn er, verblendet von einem Psychopathen im weiteren Sinn, glaubt, hierbei "Gutes" zu tun.

    Wir können die Menschen und die Gesellschaft (fast) nicht verstehen, wenn wir nicht verstehen, dass unter den etwa 98% Schafen etwa 2% Wölfe (z. B Trump, Putin, Erdogan) leben, die gefährlichsten von ihnen im Schafspelz (z. B. Clinton, Obama), selbstverständlich mit einem Kontinuum vom liebsten Schaf bis zum gefährlichsten Wolf, mit am besten erfasst durch Hares Psychopathiescore von 0 (Engel) bis 40 (Teufel).
  • Zum Teufel mit dem Teufel

    04.09.2016, L.Schaber
    Eine Kritik des Herrn Strasser und seines Werkes geht auch kürzer:
    Dass ein Theologe vemittels theologischer Rhetorik den philosophischen Naturalismus verteufelt, ist erstens nichts Neues und war zweitens nicht anders zu erwarten.

    Der Skandal aber ist, dass er (implizit) einem Kinderglauben an eine Geisterbahngestalt weiter den Weg bereiten möchte. Eine solche Verängstigung der Schäfchen diente schon jeher erfolgreich dem Ziel, die Schäfchen bei Anfechtung durch die Vernunft bei der Stange zu halten. Deswegen ist der Naturalismus auch der Teufel. Denn nur der stellt so teuflische Fragen, wie die nach der "Theodizee". Dass der Schöpfer von "Allem" nämlich keinerlei Verantwortung für das Böse trägt, obwohl er es in seiner Allmacht selbst erschaffen hat, hat gerade vor kurzem ein Bischof bei einer Trauerfeier im italienischen Erdbeebengebiet wieder einmal äußerst überzeugend dargelegt. Und das fast ohne (theologische) Argumentation. Weil man das ja wieder angreifen könnte, obwohl es ja eigentlich sowieso ganz klar ist.

    Und das hat kaum etwas mit erkenntnistheoretischen bzw philosophischen Diskussionen über (neurologische) Willensfreiheit zu tun.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Schaber,

    vielen Dank für Ihre lesenswerte Zuschrift. Herr Strasser ist allerdings kein Theologe, auch wenn zu seinen Arbeitsgebieten die Religionsphilosophie gehört:

    http://www.kriminologie.uni-hamburg.de/wiki/index.php/Peter_Strasser

    https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Strasser_(Philosoph)

    Mit freundlichen Grüßen, d. Red.
  • Im Biounterricht gepennt?

    03.09.2016, Klaus de Leuw
    Tierische und damit menschliche Zellen haben keine Zellwand, folglich können die Phospholipasen auch keine Zellwand angreifen. Als Wissenschaftsjournalist sollte man den Unterschied zwischen Zellwand und Zellmembran kennen und die Begriffe richtig verwenden, schließlich lernt man ihn ja bereits in der Schule.
  • Einzelfall

    03.09.2016, Jens
    Ich kann mich an sehr viele Dinge zumindest aus dem dritten Lebensjahr erinnern. Denn wir sind in einen anderen Ort umgezogen, als ich drei Jahre alt war. Es ist also ganz klar getrennt, was vor und nach dem Umzug passierte.
  • Guter, umfassender und informativer Artikel

    03.09.2016, Alisier
    Ich fand die Idee mit den Schlupfwespen und Darwin zu beginnen sehr gut. Und durchdacht. Dass gleich agressiv darauf rumgehackt wird, weil Erwartungen enttäuscht wurden ist schon fast üblich. Die brunos nehmen leider gefühlt langsam überhand.
    Was solls: gut erklärt und in der Kürze viel Informatives und von den meisten Ungewusstes reingepackt.