Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • RE: Mathematik

    11.11.2003, Antje Findeklee, Redaktion
    Lieber Herr Bednarik,

    die 6000 Tage waren schon richtig, doch lassen sie sich nicht einfach so in Jahre umrechnen: Es sind Daten aus acht Studien, die hier zusammengefasst wurden (der Hinweis fehlte leider in der Kurzmeldung). Es handelt sich dabei schlicht um die Summe aller Tage, an denen Beobachtungen zu den Tieren vorliegen (durchschnittlich also 120 pro Tier). Aus diesem Datenpool haben die Forscher die jährliche Mortalitätsrate berechnet.

    Mit besten Grüßen,

    Antje Findeklee, Redaktion
  • Ungenauigkeit und Trug

    11.11.2003, Dr. Gerhard Luther
    Eigentlich zeigt das Experiment, so wie es hier beschrieben wurde, doch nur, dass die geometrischen Figuren nicht sehr genau abgespeichert wurden. Dann wurden eine "ähnliche" Kopie für das Original gehalten. Wen wundert das?
    Interessant wäre, ob man durch Suggerieren, falsche Vorbilder , Gruppenzwang etc. einen derartigen Effekt mit Figuren erzeugen kann, die ansonsten als eindeutig falsch erkannt wurden.
  • Statistik

    11.11.2003, Matthias Paul Scholz
    Unbedarft der unbestrittenen Schützenswürdigkeit jeglicher Tierat scheint mir die Menge von gerade mal fünfzig Tieren doch eine zu geringe Stichprobe zu sein, um Aussagen auf die Gesamtpopulation (deren Größe tadelnswerterweise nicht mitgeteilt wird - 51 Individuen? 500? 500.000? 50 Millionen?) hochzu"rechnen".
  • Mathematik

    11.11.2003, Karl Bednarik

    Hallo an die Redaktion,

    6 Schildkröten von 50 Schildkröten sind 12 Prozent,
    6000 Tage sind 16.427 Jahre,
    12 Prozent in 16.427 Jahren sind 0.731 Prozent pro Jahr.

    Falls Ihre Angaben falsch waren,
    und es sich um 6000 Stunden gehandelt hat,
    dann wären es 17.532 Prozent pro Jahr,
    was leider auch nicht zutrifft.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Karl Bednarik.

  • Fossilationsproblem

    10.11.2003, Rüdiger Biesold
    Spinndrüsen sind sicher mehrfach entstanden; schließlich verfügen außer vielen Spinnentieren auch sehr viele nicht näher miteinander verwandter Insekten zumindest in den Larvalstadien über Spinndrüsen. Warum sollte dies dann bei den Spinnentieren nicht ebenfalls mehrfach entstanden sein.
    Wir verfügen eben nun über nur sehr wenige fossilisierte Tiere und noch weniger über zuordenbare fossile Spinnfäden/Spinnkokons/Haltefäden und ein richtiges natürliches System der Verwandtschaft dieser Tiere untereinander haben wir auch nicht (da wird sich so manche geglaubte Verwandschaft erst nach Entfernung der Konvergenzfalle beweisen oder widerlegen, sprich Klärung auf Basis der Erbsubstanzen unter Berücksichtigung der Gestalt).
  • Doppelzüngig

    10.11.2003, Rüdiger Biesold
    Es kann sicher lange darüber gestritten werden, ob die deutsche Haltung bei den UN in dieser Frage der Weisheit letzter Schluß war. Richtig ist sicher die Überlegung, daß knappe Mehrheiten in solchen Fragen in den UN kaum praktischen Nutzwert haben.
    Die Haltung der USA ist jedoch völlig unverständlich und von der in diesem Land so weit verbreiteten doppelten Moral gekennzeichnet. Niemand hinderte die USA daran, auf ihrem Territorium weitreichende Verbote umzusetzen; statt dessen wird da an allem gebastelt, was nur irgend geht (z.B. Chimären mit menschlichem Erbgut, tödliche Mauspocken usw. usf.). Nach den bisherigen Erfahrungen (z.B. auch beim Klimaschutz) ist eher zu befürchten, daß die USA dann als selbsternannter Weltpolizist Verstöße bei anderen zu ahnden suchen und selbst ungebremst und unkontrolliert weiter machen.
  • RE: RE: RE: nicht der Bau - trotzdem falsch

    10.11.2003, Andreas Jahn
    Sehr geehrte Frau Kresse,

    vielen Dank für Ihren wertvollen Hinweis, hier hatte sich tatsächlich ein Missverständnis eingeschlichen.
    Wir bitten unsere Leser, den Fehler zu entschuldigen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Andreas Jahn
    Redaktion wissenschaft-online
  • RE: Der nächste Schritt ist...

    09.11.2003, Rüdiger Biesold
    So oder ähnlich wird es werden, nur ist die äffische Intelligenz eben eine äffische. Aber bei der Modifikationssucht wird wohl ein kleiner Fehler passieren; deshalb werden die überlebenden Menschen in Homo-Gehege verbracht und nach entsprechenden äffischen Übereinkommen geschützt (oder auch nicht). Immerhin konnte diese Geschichte schon vor ihrer Entstehung mit näherungsweiser Ausgestaltung verfilmt werden (weiteres siehe: Planet der Affen)
  • RE: Später betonte Lorenz, er sei damals

    09.11.2003, Rüdiger Biesold
    Lorenz ist in vielerlei Hinsicht sowohl ein schwieriger, wie auch ein typischer Fall. Typisch für die Staatsangehörigkeit Österreich und Nationalität Deutsch (nicht für alle! Damit ich nicht auch mißverstanden werde, es muß nicht eine Nation in einem Staat und auch nicht ausschließlich leben.) ist, den ganzen Nationalsozialismus als deutsche Fehlleitung anzusehen, mit der die Österreicher nun garnichts zu tun gehabt hätten. Die österreichische Aufarbeitung hapert da an allen Ecken und Kanten. (Die Deutsche ist nicht sehr viel besser und viele andere Länder haben da auch zwischen wenig und nicht aufgearbeitet, sei es nun Nazi- oder andere brutale Vergangenheit.) So einfach mit Mißverständnis und Verführung sollte das jedenfalls nicht abgehen. Der Umstand, daß Lorenz Einfluß in der eigentlichen Nazi-Zeit viel geringer als später war, ist aber gewiß keine Entschuldigung. Sein Einfluß auf die weitere Entwicklung dieses politischen Spektrums ist aber durchaus relevant und er hat jedenfalls nichts dagegen unternommen. Bis heute werden jedenfalls die Prägungsmuster nach Lorenz als Beweis der "Minderwertigkeit und Lernunfähigkeit" anderer gern herangezogen. Außerdem wurde in Doktorarbeiten nachgewiesen, daß einige Ergebnisse Lorenz durchaus zweifelhaft sind und möglicherweise seiner ideologisch-gesellschaftlichen Brille angepaßt wurden. Die Revision der Verhaltensforschung steht da noch aus, sie dient eben auch (Betonung auf auch!) dem völlig unwissenschaftlichen Nachweis der Überlegenheit der christlichen Europiden gegenüber anderen; damit steht sie ganz im Sinne Lorenz und völlig ohne Mißverständnis in dessen insoweit unguter Tradition.
  • Später betonte Lorenz, er sei damals "missverstanden" worden.

    08.11.2003, michael stanzer
    lorenz hat mehrfach, auch öffentlich, in interviews seine fehler und seine mitgliedschaft in der "nsdap" bedauert

    vor allem tat er das sehr früh als es noch nicht usus war diese historische zeit aufzuarbeiten - mit seinem einbekenntnis hat er in österreich zumindest einiges ausgelöst, was man später als aufarbeitung bezeichnete und indirekt erreicht, dass nach ihm auch andere prominente mit ihrer nazivergangenheit konfrontiert wurden

    das er also "missverstanden wurde", wie sie schreiben ist deshalb eine unzulässige verknappung seiner verantwortung

    hätte er seine vergangenheit wirklich verbergen wollen, dann hätte er nicht dafür gesorgt, dass seine diesbezügliche korrespondenz und arbeiten heute noch einsehbar sind

    was zu seinem "engagement" bei den nazis zu sagen ist, ist der umstand, dass seine arbeiten damals keinen einfluss hatten weil sie völlig unbekannt waren

    dass er manches aus eitelkeit und opportunismus im besonderen herausgestrichen hat, was mit seiner forschung einherging ist dennoch tatsache

    trotzdem wird heute mit seiner nähe zum nationalsozialismus hemmungslos übertrieben, offensichtlich weil es einen markt dafür gibt, "harry potter" für erwachsen quasi und das rechtzeitig vor dem weihnachtsgeschäft

    diese meine meinung würde ich dennoch rasch ändern, falls jüngste behauptungen, lorenz hätte sich für die "neue rechte" le pen´s engagiert beweisbar sind, wer dazu etwas weiss, den bitte ich um überprüfbare nachricht
  • RE: RE: nicht der Bau - trotzdem falsch

    08.11.2003, Adelheid Kresse
    Mit dem so genannten Konrad-Lorenz-Volksbegehren - Eintragungszeitraum
    4.3.1985 bis 11.3.1985 - wurde wirklich die Errichtung eines Kraftwerks verhindert, nämlich jene des in den Donau-Auen bei Hainburg geplanten Wasserkraftwerkes.
    Am 5. November 1978 wurde mit der ersten Volks-Abstimmung in der Geschichte der zweiten Republik Österreichs über die Inbetriebnahme des damals praktisch betriebsbereiten Atomkraftwerkes Zwentendorf abgestimmt. Eine Mehrheit von 50,5 Prozent entschied sich gegen das AKW - der Slogan "Atomkraft, Nein Danke" war auf fruchtbaren Boden gefallen. Bis 1985 gab es allerdings etliche Bestrebungen, das vorübergehend eingemottete AKW Zwentendorf doch noch in Betrieb zu nehmen. Erst die bei der Kraftwerkskatastrophe von Tchernobyl im April 1986 frei gewordenen und zum Teil auch über Österreich ausgeregneten radioaktiven Partikel machten diesen Plänen - vorerst - ein Ende.

    Mit freundlichen Grüßen aus Österreich

  • erkenntnistheorie

    08.11.2003, michael stanzer
    ich denke nicht, dass lorenz, riedl & co diese theorie gemeinsam mit popper entwickelt haben sondern getrennt von ihm >> es ist später zu gewissen wenn auch wesentlichen gemeinsamkeiten gekommen ist
    so geht lorenz vor der "fulguration" aus
    popper hingegen bezeichent dieses phänomen als "emergenz" recht haben möglicherweise beide, weil sich diese begriffe zueinander vergleichsweise so verhalten wie die relativitätstheorie zur quantenmechanik
  • Bösartige Glaxien

    07.11.2003, bsch
    Gravitationskräfte wirken sicherlich ohne jede moralische Vorstellungen über das, was sie bei den beteiligten Massen dadurch anrichten. Die Formulierung "um Masse zu gewinnen" scheint mir doch etwas gewagt.
  • RE: nicht der Bau

    07.11.2003, Andreas Jahn
    Hallo Roland,

    selbstverständlich haben Sie Recht: Das KKW war bereits gebaut.
    Vielen Dank für den Hinweis, wir haben die Textpassage entsprechend geändert.

    Mit freundlichen Grüßen

    Andreas Jahn
    Redaktion wissenschaft-online
  • nicht der Bau

    07.11.2003, Roland
    - sondern die Inbetriebnahme des fertigen Kraftwerks wurde verhindert...
    - Eine österreichische Lösung eben...