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Magazin | 21.05.2008

Quantenphysik

Verschränkung zweier Spiegel

Zunehmend bemühen sich Forscher, die paradoxen Phänomene der Quantenwelt auch im Makrokosmos nachzuweisen. Nach neuesten Berechnungen sollten sich sogar zwei kilogrammschwere Spiegel derart miteinander verschränken lassen, dass sie eine quantenmechanische Einheit bilden.

Roman Schnabel
Roman Schnabel ist Professor am Institut für Gravitationsphysik (Albert-einstein-Institut) der Universität hannover.

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  • Spektrum der Wissenschaft Quanten-Verschränkung: vom Paradoxon zur Ressource (aus Spektrum der Wissenschaft Spezial 3/2007, S. 48)

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Quantenphysik

Verschränkung zweier Spiegel

Der vollständige Artikel ist erschienen in
Spektrum der Wissenschaft Juni 2008

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Kommentare

  • 1. Versuchsaufbau gibt es vielleicht schon

    28.05.2008, Carsten Muhl
    Es könnte sein, dass es das vorgeschlagene Experiment schon gibt. Es arbeitet zwar nicht mit Licht, sondern mit
    Hochfrequenz-Wellen, ansonsten kommt mir die Beschreibung bekannt vor. Auch der Zweck des Experiments ist ein anderer - aber vielleicht kann man es zum Herstellen einer makroskopischen Verschränkung verwenden. Beschrieben ist es in:

    http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=959149279&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=959149279.pdf

    Es handelt sich dabei um einen Versuchsaufbau von Prof. Dr. Hinrich Meyer zur Messung der Gravitationskonstante.
    Antwort der Redaktion:
    Antwort des Autors

    Experimente mit aufgehängten Spiegeln gibt es viele und auch schon lange. Das empfindlichste Experiment in Deutschland, in dem aufgehängte Spiegel eine Rolle spielen, betreiben wir selbst: GEO600. Was wir in unserem Artikel beschreiben hat jedoch eine andere Qualität. Weltweit gibt es derzeit keinen Aufbau, den man zur Herstellung von Verschränkung nutzen könnte, selbst Gravitationswellendetektoren nicht.
  • 2. Verschränkung in Biologischen Systemen - Homöopathie?

    08.06.2008, Jörg Hildebrandt, St. Pölten, A
    Sehr geehrter Herr Professor Schnabel,

    in ihrem Artikel zur „Verschränkung zweier Spiegel“ stieß ich auf einen Absatz der fast aus einer Herstellungsvorschrift homöopathischer Mittel stammen, und wenigstens den Sinn des „Dynamisierens, Potenzierens“ besser als bisherige Hypothesen erklären könnte: „Verschränkung…(kann man) erzeugen in dem man zwei Objekte einer gemeinsamen Kraft aussetzt und sie so in eine starke gegenseitige Abhängigkeit bringt. (Sie)…beginnen eine neue Einheit zu bilden.“ Und später: „Wenn sich die Spiegel …synchron wie asynchron bewegen, zeigen sie damit an, dass sie zu einer quantenmechanischen Einheit verschmolzen sind.“
    Während die Quantenphysik versucht, Beweise für ihre Theorien im Makrokosmos zu finden, versuchen die Homöopathen eine tragfähige Theorie für die Beweise, die sie in ihrer täglichen Arbeit sehen, zu finden, da in der Medizin mitunter ausgeblendet wird, was man nicht versteht. Könnte in der Verschränkung eine Brücke liegen? Wenn bei der „Dynamisierung“ * von Arzneien deren Wirkungen mit kräftigen Schüttelschlägen auf eine Trägersubstanz übertragen werden, die dann im gesunden Probanden eine Arzneimittelwirkung (ähnlich der Vergiftung) hervorrufen können (synchron) und im möglichst ähnlich Erkrankten eine Gegenwirkung veranlassen (asynchron)? Hierbei ist der Zeitfaktor ein vergleichsweise unbedeutender, aber es handelt sich ja auch um biologische Systeme, die dem Umgebungseinfluss nicht entzogen werden können (auch wenn das bereits vom Entdecker der Homöopathie, Dr. Hahnemann (1755 – 1843) gefordert worden ist. (§252, S 2321 ))
    Der Vergleich mag auf den ersten Blick weit hergeholt sein, zumal ich als Arzt keine ausreichende Quantenphysik Grundlage habe, doch bringen vielleicht gerade die absonderlichen Analogien und Beobachtungen neue Impulse. Daher wäre ich Ihnen für eine Stellungnahme dankbar.

    *§ 269, Anm. 2, S 2441: „ Man hört noch täglich die homöopathischen Arznei-Potenzen bloß Verdünnungen nennen, da sie doch das Gegentheil derselben, das ist …Offenbarung der in ihrem inneren Wesen verborgen gelegenen, specifischen Arzneikräfte sind, durch Reiben und Schütteln bewirkt, wobei ein zu Hülfe genommenes unarzneiliches Verdünnungs-Medium bloß als Neben-Bedingung hinzutritt. Verdünnung allein … wird schier zu bloßem Wasser.“

    1 Hahnemann S, Organon original, letzte und 6. Auflage (1842), Barthel&Barthel, Schäftlarn 1994


    Mit freundlichen Grüßen,

    Jörg Hildebrandt,
    St. Pölten
    Antwort der Redaktion:
    Antwort des Autors:

    Sehr geehrter Herr Hildebrandt,

    vielen Dank für Ihr Interesse an meinem Artikel "Verschränkung zweier Spiegel".

    Ein wesentlicher Gesichtspunkt der Quantenphysik ist es, die Dinge (zum Beispiel Lichtteilchen oder hier: die Spiegel) auf eine minimale Komplexität zu reduzieren. Dabei ist es natürlich entscheidend, ob diese Reduktion tatsächlich in die Realität umgesetzt ist. Bei den verschränkten Spiegeln spiegelt sich diese Reduktion darin wieder, dass die Spiegelbewegung mehr oder weniger vollständig durch die Bewegung ihrer Schwerpunkte beschrieben werden können. Die Bewegung der einzelnen Atome, aus denen der Spiegel besteht, darf keine Rolle spielen.

    Im Experiment müssen wir die Spiegel daher kühlen, damit es unwichtig wird, dass der Spiegel aus kleineren Einheiten, den Atomen, besteht. Die Bewegungsmöglichkeiten der Atome werden eingefroren. Wäre der Spiegel warm, so könnte man die Spiegelbewegung nur dann vollständig beschreiben, wenn man die Bewegung der einzelnen Atome kennt, aus denen der Spiegel zusammengesetzt ist. Eine Verschränkung von "zwei Spiegeln" wäre dann allerdings prinzipiell unmöglich. Man würde sich dann wieder im Bereich des Mikroskopischen befinden und könnte evtl. zwei Atome miteinander verschränken.

    Ich persönlich glaube, dass alle Beobachtungen, die mit lebenden Organismen zu tun haben, wie zum Beispiel die Effekte von Medikamenten auf Menschen, nicht mit der Quantenphysik erklärt werden können. Leben beruht ja gerade auf dem Vorhandensein extrem großer Komplexität! Wenn die Physik zur Klärung beitragen kann, dann eher im Rahmen der klassischen Physik, in der Quanteneffekte keine Rolle spielen. Aber ich glaube, dass aufgrund der hohen Komplexität ein physikalischer Erklärungsansatz generell schwierig ist.

    Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen behilflich sein.
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