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Lexikon der Biologie

Polyploidie

Polyploidie w [von griech. polyploos = vielfach; Adj. polyploid], Form der Euploidie, die (im Unterschied zur Haploidie und Diploidie) durch das Vorliegen von mehr als 2 kompletten Chromosomensätzen in allen Zellen eines Organismus gekennzeichnet ist (z.B. Triploidie: 3 Chromosomensätze, Tetraploidie: 4, Pentaploidie: 5 usw.). Je nachdem, ob der arteigene Chromosomensatz vervielfacht ist oder Chromosomensätze, die aus verschiedenen Arten stammen, werden Autopolyploidie und Allopolyploidie unterschieden. Zellen und Gewebe mit vervielfachtem Chromosomensatz (Endopolyploidie) entstehen, wenn der normale Ablauf der Mitose unterbrochen wird und sich die Chromosomen nach Reduplikation nicht auf Tochterkerne verteilen (Endomitose). Aus vegetativen Zellen mit vervielfachtem Chromosomensatz oder der Verschmelzung unreduzierter Gameten (Meiose) können autopolyploide Organismen hervorgehen. Allopolyploide Organismen entstehen, wenn zuvor die Genome verschiedener Arten im Rahmen einer Bastardierung vereinigt worden sind. Mit Hilfe von Mitosegiften, z.B. Colchicin, kann Polyploidie künstlich induziert werden, was in der Polyploidiezüchtung (Mutationszüchtung) genutzt wird. Polyploidie ist bei Tieren selten, bei Pflanzen häufig und auch eine der Grundlagen der Artbildung. Polyploide Organismen können durch die Möglichkeit erhöhter Heterozygotie unter extremen Umweltbedingungen Selektionsvorteile besitzen. Heterosis, Polyploidiegrad, Polyploidisierung, somaklonale Variation.

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