Jörn Borke
© Elena Scholz, Universität Osnabrück
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Herr Doktor Borke, "schlafen wie ein Baby" ist eine gängige Redewendung. Dabei scheinen gerade Kinder oft Probleme mit dem Einschlafen zu haben. Wie kommt das?

Der Übergang vom Wachen zum Schlafen stellt große Herausforderungen an die Selbstregula­tion der Kleinen. Aber nicht nur Kindern, auch vielen Erwachsenen fällt das schwer. Gleichwohl gibt es riesige Unterschiede. Manche Säuglinge finden von Anfang an gut in den Schlaf. Andere brauchen hingegen Unterstützung.

Ab wann spricht man von einer Schlafstörung?

Meiner Ansicht nach bringen Definitionsversuche von Schlafstörungen bei Kindern meist wenig. Manche Experten sagen, ein Kind solle nicht länger als eine halbe Stunde zum Einschlafen brauchen. Diese Regel hilft den Betroffenen aber selten weiter. Kinder können lange wach sein und sich mit dem Einschlafen schwertun, und trotzdem empfindet niemand in der Familie das als problematisch. Und das Kind bekommt auch genügend Schlaf. Umgekehrt kann es sein, dass ein Kind dreimal in der Nacht kurz aufwacht, wie es für sein Alter vielleicht ganz normal ist, und die Familie leidet darunter stark. Das ist dann zwar eigentlich keine Schlafstörung, aber die Eltern haben möglicherweise trotzdem Beratungsbedarf.

Es heißt, in manchen anderen Kulturen hätten Kinder deutlich weniger Probleme mit dem Schlaf. Stimmt das?

Tatsächlich gibt es Unterschiede …