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Clusterkopfschmerz

Ein Netzwerk voll Schmerz

Eine seltene Kopfschmerzart ­traktiert die Betroffenen nur zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten. Bei der Suche nach den Ursachen stießen Forscher auf ein Ungleichgewicht im neuronalen Netzwerk.
Kopfschmerzen

"Ach, nicht schon wieder!", seufzt Franziska Schönlein im Halbschlaf. Ihr Mann läuft schon zum zweiten Mal diese Nacht durchs Schlafzimmer, unruhig und schmerzgeplagt. Bereits seit 16 Jahren hat Bernd mit unerträglichen Kopf- und Gesichtsschmerzen zu kämpfen. Ungefähr einmal im Jahr suchen ihn die Attacken heim – meistens im Herbst, manchmal auch im Frühjahr. Eine Zeit lang waren die Anfälle ausgeblieben, daher hatte sich das Ehepaar schon Hoffnung auf ein Ende der Qualen gemacht. Doch nun sind sie wieder da.

Eine Woche später kommen die beiden zu uns ins Kopfschmerzzentrum an der Essener Uniklinik, um dem seltsamen Leiden endlich auf den Grund zu gehen. "Die Schmerzen dauern für gewöhnlich eine bis anderthalb Stunden an", berichtet Bernd Schönlein. "Jede Nacht – manchmal bis zu viermal!" In den Phasen mit den Schmerzattacken, die rund sechs bis acht Wochen anhielten, sei er zu fast nichts zu gebrauchen.

Bei ihm treten die Schmerzen ausschließlich auf der linken Seite hinter dem Auge auf, er empfindet sie als stechend-brennend. "Es ist, wie wenn jemand mit einem glühenden Messer im Auge herumstochert", sagt er. Das Auge sei während der Anfälle gerötet, es träne, und die Nase laufe "wie verrückt" …

1/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 1/2016

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  • Quellen

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