Glaubt man griechischen Chronisten, waren die Bewohner Skandinaviens in der Bronzezeit und vorrömischen Eisenzeit (etwa 1800 v. Chr. – 160 n. Chr.) dem Alkohol verfallene Barbaren. Auch heutzutage sind Met saufende Nordmänner eine gängige Vorstellung. Tatsächlich aber wissen Historiker nur wenig über das Nordeuropa jener Zeit, denn eine Schrift war nicht gebräuchlich, die wenigen Berichte stammen daher aus zweiter Hand. Neuerdings liefern naturwissenschaftliche Verfahren aber weitere Daten über den Alkoholkonsum der Nordmänner.

Die antiken Kulturen Mittel- und Südeuropas erhielten ihre Informationen dank eines florierenden Fernhandels. So notierte der römische Geschichtsschreiber Dionysios von Halikarnassos um die Zeitenwende, die Skandinavier bereiteten einen Trunk aus Gerste, indem sie es in Wasser verrotten ließen. Zudem wusste Diodor im 1. Jahrhundert v. Chr. von einem Bier, das neben importiertem römischen Wein auch jenes Wasser enthalte, das nach dem Reinigen von Honigwaben übrig blieb. Eine Vorstellung, die ihm undenkbar erscheinen mochte, handelte es sich dabei doch um ein Abfallprodukt und kein reines Wasser, womit man im mediterranen Raum Wein zu verdünnen pflegte.

Altertumsforscher sehen darin einen Hinweis auf den Honigwein Met, der laut archäobotanischen Befunden bereits deutlich früher im Norden bekannt gewesen ist. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang ein hölzerner Eimer aus dem so genannten Egtved-Grab, der auf das Jahr 1370 v. Chr. datiert wird. Mikroskopische Untersuchungen von getrockneten Rückständen an den Innenwänden brachten Spuren von Honig, Weizenmalz und verschiedenen Beeren zum Vorschein, typischen Bestandteilen von Met und Bier. …