Die Sonne ist für jeden Amateurastronomen ein faszinierendes Objekt. Bereits mit kleinen Teleskopen – und geeigneten Schutzmaßnahmen für die Augen – lassen sich auf der für uns sichtbaren Sonnenoberfläche, der Photosphäre, dunkle Flecken erkennen. Ihre Größe und Form kann ein Beobachter leicht feststellen. Aus der Anzahl der Flecken und Fleckengruppen kann die Sonnenfleckenrelativzahl berechnet werden, die ein direktes Maß für die Sonnenaktivität ist. Außerhalb der Flecken lässt sich bei ruhiger Luft ein feines Muster auf der Sonnenscheibe ausmachen, das dem Tagesgestirn ein gekörntes Aussehen verleiht: die »Granulation«. Die Granulen sind Konvektionszellen, in deren Zentrum heißes Gas aus tieferen Regionen nach oben strömt und abgekühlt an den Rändern wieder nach unten sinkt. Betrachtet man die Flecken und Fleckengruppen genauer, so lassen sich veränderliche Details unterscheiden. Der dunkle, zentrale Teil eines Flecks ist die Umbra. Er ist von einer etwas helleren Zone umgeben, der Penumbra. Weniger bekannt, aber für Sonnenbeobachter ebenso reizvoll, ist die helle »dritte Komponente« der Sonnenflecken: die Lichtbrücken. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Flecken und sind ausgesprochen dynamische Gebiete. Hier vollziehen sich in Zeiträumen von Sekunden bis Tagen Veränderungen, die nicht nur für die professionelle Astrophysik von Interesse sind. Auch Amateurastronomen können diese Dynamik beobachten und benötigen dafür nicht einmal ein großes Teleskop. Allerdings ist zur Lichtdämpfung ein Objektivfilter sehr empfehlenswert, was heute dank preiswerter Solarfolien kein finanzielles Problem mehr darstellt.