Vor fast einem halben Jahrhundert entwickelten der Internist Meyer Friedman und sein Praxiskollege Ray Roseman aus San Francisco eine Aufsehen erregende Theorie: Demnach sollten ehrgeizige, ungeduldige, aufbrausende Zeitgenossen ein doppelt so hohes Risiko für eine koronare Herzerkrankung tragen wie andere Menschen. Ende der 1980er Jahre geriet die Hypothese ins Wanken. Immer mehr epidemiologische Studien bestritten, dass das als »Typ-A« bezeichnete Bündel von Verhaltensweisen tatsächlich einen unabhängigen Risikofaktor darstellt. Als Forscher schließlich in großen Metaanalysen erneut alle anderen Einflüsse wie Rauchen, Bluthochdruck, zu hohe Cholesterinwerte und weitere etablierte Risikofaktoren (die sich bei A-Typen häufiger finden) herausrechneten, verflüchtigte sich der Effekt, den Friedman speziell dem Typ-A-Verhalten zugeschrieben hatte …