In der zweiten Augusthälfte zeigt sich der abnehmende Mond immer später in der Nacht. Zumindest in Nordamerika wird man den Neumond vom 21. August 2017 nicht so schnell vergessen: Denn dort wird sich quer über den kontinentalen USA eine spektakuläre totale Sonnenfinsternis ereignen. Alle Kurzentschlossenen werden es jedoch schwer haben, noch Zimmer zu finden, denn entlang der Totalitätszone dürfte schon seit Monaten alles ausgebucht sein. Bei uns in West- oder Mitteleuropa bekommen wir von der Sonnenfinsternis nicht viel mit, denn der Mond streift in unseren Breiten nur ein wenig die Sonnenscheibe. Dies ist allerdings nur im äußersten Nordwesten Deutschlands zu sehen.

Wenige Tage später zieht der zunehmende Mond am Riesenplaneten Jupiter vorbei. Den kleinsten Winkelabstand von etwa 2,5 Grad, entsprechend fünf Vollmondbreiten, erreichen die beiden am Nachmittag des 25. August 2017. Die beste Zeit zur Beobachtung ist am Abend nach Sonnenuntergang zwischen 20:30 und 21:30 Uhr MESZ. Durch die noch ziemlich schmale Mondsichel dürfte dies zusammen mit dem Horizont ein sehr schönes Fotomotiv abgeben.

Mond bei Jupiter am 25. August 2017
© Tobias Häusler / Stellarium
(Ausschnitt)
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Am frühen Abend des 25. August 2017 wird dicht oberhalb des südwestlichen Horizonts die schmale Sichel des zunehmenden Mondes rund fünf Vollmondbreiten oberhalb des hellen Riesenplaneten Jupiter stehen.

Nach Jupiter wartet schon der nächste Planet. Am Nachmittag des 30. August geht der Mond zusammen mit dem Ringplaneten Saturn am Osthorizont auf und steht am frühen Abend schon hoch im Süden. Der Mond hat seit der Begegnung mit Jupiter ordentlich zugenommen und seine erdzugewandte Seite zeigt sich schon mehr als zur Hälfte beleuchtet.

Zur Zeit sind zwei Asteroiden relativ gut sichtbar. Der Asteroid (7) Iris zieht seine Bahn im kleinen Sternbild Widder. Er bewegt sich etwas unterhalb von Hamal, dem hellsten Stern des Widders, in Richtung der Fische und dem zweithellsten Stern Sheratan. (7) Iris ist mit einer Helligkeit von 8,9 mag schon in kleinen Teleskopen gut als Punkt zu sehen. Der Himmelskörper gehört zu den Hauptgürtelasteroiden, die sich im Bereich zwischen Mars- und Jupiterbahn befinden. Durch die große Entfernung zu uns ist ihre Eigenbewegung am Himmel sehr gering und viel zu langsam, um im Teleskop direkt wahrgenommen zu werden. Noch langsamer bewegen sich die viel weiter entfernten Transneptunobjekte, zu denen auch der Zwergplanet Pluto gehört. Die Transneptunobjekte sind oft wesentlich größer als Hauptgürtelasteroiden, aber durch die große Entfernung sehr leuchtschwach und so in den seltensten Fällen mit einem Amateurteleskop sichtbar.

Aufsuchkarte für (7) Iris
© Tobias Häusler / Easy Sky
(Ausschnitt)
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Der 8,9 mag helle Asteroid (7) Iris bewegt sich in der zweiten Augusthälfte 2017 auf annähernd gerader Bahn durch das Sternbild Widder (lateinisch: Aries).

Der zweite Asteroid (89) Julia läuft gerade durch das Sternbild Pegasus. Auch er ist ein Hauptgürtelasteroid und mit 9,4 mag hell genug für kleinere bis mittlere Teleskope. (89) Julia findet sich rechts neben dem Pegasus-Quadrat, etwas unterhalb des Sterns Markab (Alpha Pegasi).

Aufsuchkarte für (89) Julia
© Tobias Häusler / Easy Sky
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Nahe dem Quadrat im Sternbild Pegasus zieht der 9,4 mag helle Asteroid (89) Julia seine Bahn.

Mit den Planeten Uranus und Neptun kann man bis an den Rand unseres Planetensystems schauen. Die beiden stehen nach Mitternacht besonders günstig hoch über dem Südhorizont. Neptun hält sich weiterhin mitten im Sternbild Wassermann auf. Mit einer Helligkeit von 7,8 mag sollte er mit einem Feldstecher oder einem kleinen Teleskop auch leicht aufzufinden sein.

Übersichtskarte Uranus und Neptun
© Tobias Häusler / Easy Sky
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Im Sternbild Fische lässt sich schon mit einem Fernglas der Planet Uranus auffinden. Das Gleiche gilt für den äußersten Planeten Neptun im Sternbild Wassermann.

Uranus befindet sich mitten im großen, aber leuchtschwachen Sternbild Fische. Er ist mit 5,7 mag so hell, dass man ihn unter sehr guten Bedingungen schon mit dem bloßen Auge, und ganz sicher mit dem Fernglas als kleinen Punkt sehen kann.

Zwischen Kassiopeia und dem Pegasus-Quadrat steht im Sternbild Andromeda nach Mitternacht der "Blaue Schneeball", der Planetarische Nebel NGC 7662, fast im Zenit. Der kleine Nebel lässt sich mit einer Helligkeit von 9 mag zwar schon in kleinen Teleskopen gut erkennen, trotzdem offenbart ein größeres Teleskop oberhalb 200 Millimeter Öffnung natürlich mehr Details. Besonders die W-förmige Staubstruktur in dem Nebelkokon ist auffällig. In entsprechend großen Teleskopen und bei sehr guten Bedingungen kann sich der Nebel auch schon etwas farbig zeigen.

Blauer Schneeball
© Tobias Häusler
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Der Planetarische Nebel NGC 7662 im Sternbild Andromeda wird wegen seiner Farbe auch als "Blauer Schneeball" bezeichnet. Er ist der Überrest eines sterbenden Sterns mit etwas mehr als einer Sonnenmasse. Das Bild nahm Tobias Häusler auf.