Voyager 1 im NASA-Webtool
© NASA / Eyes on the Solar System
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernVoyager 1 im NASA-Webtool
Die NASA fütterte eine Entwicklungsumgebung, die normalerweise für 3-D-Spiele verwendet wird, mit ihren umfangreichen Missionsdaten. Nun können sich Internetnutzer auf der Seite solarsystem.nasa.gov/eyes frei durch unser Sonnensystem bewegen und NASA-Missionen nachvollziehen. Es muss lediglich ein Plugin installiert werden, um mit dem Browser auf Entdeckungsreise gehen zu können.

Ansicht der Erde
© NASA / Eyes on the Solar System
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernAnsicht der Erde
Mit dem Webtool kann der Betrachter die Himmelsmechanik und die Positionen von Raumsonden und Satelliten zu jedem Zeitpunkt ihrer Reise studieren und in hoher Geschwindigkeit vor- und zurückspulen. Die Zeit lässt sich bis ins Jahr 1950 zurückdrehen, ein Blick in die Zukunft ist bis ins Jahr 2050 möglich. Objekte im Sonnensystem und NASA-Missionen sind über ein Menü direkt anwählbar, dabei stehen vielfältige Darstellungen zur Verfügung. Die Bedienung wird in mehreren Videos schrittweise erklärt, aber auch ohne Einführung lassen sich die wesentlichen Funktionen schnell erfassen.

Raumstation ISS
© NASA / Eyes on the Solar System
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernRaumstation ISS
Der Betrachter kann sich an ausgewählte Himmelskörper anheften und sie in Echtzeit auf ihrem Weg durch das Sonnensystem begleiten. Ein Blick auf die Erde beispielsweise enthüllt die aktuelle Position von Begleitern wie der ISS und zahlreicher Satelliten. Prominent auf der Startseite platziert und als Einstieg in das Webtool gedacht ist die aktuelle Juno-Mission der NASA, die im August 2011 gestartet ist. Die Sonde kann auf ihrer fünfjährigen Reise zum Jupiter auf allen Stationen ihrer Mission verfolgt werden. Wer eine handelsübliche Rot-Cyan-Brille besitzt, kann sich die dreidimensionale Umgebung in Anaglyphendarstellung zeigen lassen und Objekte räumlich betrachten.

Mars Reconnaissance Orbiter
© NASA / Eyes on the Solar System
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernMars Reconnaissance Orbiter
Im Hintergrund steckt eine beliebte Entwicklungsumgebung für Videospiele, die Unity3D-Engine. Sie liefert auch die zugrunde liegenden physikalischen Gesetze für die Simulation. Damit demonstriert die NASA die vielseitigen und kreativen Einsatzmöglichkeiten von Software, die eigentlich für Computerspiele geschrieben wurde.

Umfangreiche Steuerung
© NASA / Eyes on the Solar System
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernUmfangreiche Steuerung
"Eyes on the Solar System" hat Ähnlichkeiten mit Celestia, einem kostenlosen Programm, mit dem der Benutzer ebenfalls frei durch simulierte Himmelskörper fliegen kann. Während Celestia keine zeitlichen oder räumlichen Beschränkungen kennt, richtet die NASA ihr Augenmerk auf das Sonnensystem – daher der Name der Anwendung. Ihr Ziel, bisherige und geplante Missionen zu visualisieren und erlebbar zu machen, erklärt auch den von 1950 bis 2050 beschränkten Zeitrahmen, in dem sich der Benutzer bewegen kann.

Das Projekt der NASA befindet sich derzeit noch in der Entwicklung und ständig werden neue Missionsdaten und Modelle in das System übertragen. Für "Eyes on the Solar System" hat die NASA einen eigenen Twitter-Account eingerichtet, der über Neuigkeiten informiert. Auf seinem YouTube-Kanal gibt das Jet Propulsion Laboratory eine Einführung in die ersten Schritte mit dem Webtool (Link zum Video).

Mike Beckers