Schlecht auf die Erreger abgestimmte Grippeimpfstoffe und Masernausbrüche wie jener in Berlin zu Beginn des Jahres haben das Thema Impfen nicht nur in Deutschland diesen Winter wieder in die Schlagzeilen katapultiert. Und während Öffentlichkeit und Medien über Impfmüdigkeit und gesellschaftliche Verantwortung diskutierten, hat offenbar auch in den Köpfen vieler Eltern ein Umdenken stattgefunden – zumindest in den USA. Das zeigt nun eine Studie von Forschern der University of Michigan. Die Forscher befragten im Mai 2015 mehr als 1400 US-amerikanische Mütter und Väter dazu, wie sich ihre Einstellung zum Impfen zwischen 2014 und 2015 verändert hat. In diesem Zeitraum hatten sich in USA etwa zwei Dutzend Masernausbrüche ereignet – einer davon in Disneyland in Kalifornien, der auch in Deutschland für Schlagzeilen sorgte.

Im Ergebnis zeigte sich, dass etwa einem Drittel der Eltern die Vorteile des Impfens nun stärker bewusst ist. Außerdem befürworten sie Impfungen für Kinder bei Kindergarten- oder Schuleintritt. Ein Viertel der Befragten beurteilte Impfungen sogar als sicherer als noch im Vorjahr. Nur wenige Eltern wurden währenddessen impfkritischer: Lediglich sieben Prozent stuften Impfungen 2015 als bedenklicher ein; sechs Prozent nahmen von der Idee einer Art Impfpflicht Abstand. Die Autoren finden den Sinneswandel in einer so kurzen Zeit bemerkenswert. Er sei ein Beleg dafür, dass Medienberichte über Krankheitswellen und gezielte Aufklärung Menschen tatsächlich zu positiveren Einstellungen im Bezug auf das Impfen verhelfen können. Ob sich dieser Gesinnungswandel auch in entsprechendem Handeln manifestiert, wird sich letztlich aber erst mit einem Blick auf die Impfzahlen zeigen.